Freiheit: Wolfmother
Grandiose Mini-Epen und kolossale Mörder-Riffs
Die Australier Wolfmother feierten ein beeindruckendes Tour-Finale - und kommen im Mai mit KISS wieder nach Hamburg!
Foto: Universal
Hamburg. Respekt! Zum Abschluss ihrer Europa-Tournee zeigten sich die australischen Retro-Rocker von Wolfmother am Mittwoch in der ausverkauften Großen Freiheit 36 wahrlich großzügig: War der letzte Besuch im Herbst im Knust mit 60 Minuten Spielzeit nur ein Schluck aus der Pulle um das zweite Album „Cosmic Egg“ zu bewerben, so schlugen Frontmann Andrew Stockdale, Schlagzeuger Dave Atkins, Bassist und Keyboarder Ian Peres sowie Gitarrist Aiden Nemeth dieses Mal das ganze Fass an. 130 Minuten donnerte Stockdale mit wippendem Afro von „Dimension“ bis „Joker & The Thief“ durch den Sound der 70er – Deep Zeppath – und bedankte sich bei seinen Fans dafür, in Deutschland fast so populär zu sein „wie dieser Hasselhoff“.
Im Gegensatz zu Hassel The Hoff hätte Wolfmothers Wucht und Energie aber tatsächlich einst die Berliner Mauer einreißen können. Beispielhaft sei „California Queen“ genannt: Aus schnellem, eingängigen Rhythmus ging es beim Aufgang zum Refrain zuerst hinab in den Keller eines mörderisch bösen Riffs, welches neben von Fruchtfliegen („Drosophila melanogaster“) umschwirrtem Fallobst an nassen, klammen Socken schnüffelte. Mjamm! Da wehten nicht nur Stockdale und Peres die prächtigen Locken.
Ein weiterer Höhepunkt war das wie immer grandiose Mini-Epos „White Unicorn“, welches mit langen Instrumentalpassagen und im Mittelteil mit einem nahezu kompletten „Riders On The Storm“ (Doors) gehörig aufgepustet wurde, so dass manchem Fan schon der Geduldskragen platzte. „Colossal“ – kolossal. „10.000 Feet“ – hochkarätig. Der Respekt vor der Adresse: glaubwürdig mit den Beatles-Hommagen „Dear Prudence“ und „Lady Madonna“ vermittelt. Die Freiheit feierte, Peres drehte zwischen Bass und Orgel durch und Stockdale tanzte auf seinen dünnen Beinchen den Flamingo namens Paul Breitner. Wenn es darum geht, mit Mut zur Hässlichkeit verdammt sexy zu sein, dann können sich nur die Eagles Of Death Metal mit Wolfmother messen. Sowohl optisch als auch akustisch.
Und auch wenn die Europa-Tournee nun grandios beendet wurde: Am 31.Mai gibt es bereits ein Wiedersehen in der Hamburger Color-Line-Arena – als Support von KISS. Was für ein Paket!
KISS, Wolfmother Mo 31.5., 20.00, Color-Line-Arena (S Stellingen + Bus 380), Sylvesterallee 10, Karten ab 63,50 im Vorverkauf, Internet: www.kissonline.com ; www.wolfmother.com




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