26.02.13

Jahresumsatz

Musikbranche wächst erstmals seit 13 Jahren

Trendwende geschafft: Die Musikindustrie hat ihren Umsatz erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder steigern können. Schon schwärmen Manager vom Beginn einer "globalen Wachstumsgeschichte".

Foto: dpa

Musik aus dem Netz: Zuletzt haben vor allem Streamin-Dienste wie Spotify, Simfy oder Napster geboomt
Musik aus dem Netz: Zuletzt haben vor allem Streamin-Dienste wie Spotify, Simfy oder Napster geboomt

Die Musikindustrie hat ihren Umsatzschwund gestoppt und erstmals seit zwölf Jahren wieder ein leichtes Plus erzielt. Mit einem Zuwachs von 0,3 Prozent legten die Einnahmen im vergangenen Jahr weltweit zwar nur geringfügig auf 16,5 Milliarden Dollar zu, wie der Branchenverband IFPI mitteilte.

Das Ende der langjährigen Durststrecke hat aber für die Unternehmen vor allem symbolischen Charakter und stimmte die großen Musiklabels geradezu euphorisch. "Zu Beginn der digitalen Revolution hieß es allgemein, die Digitalisierung wird die Musik töten", sagte Top-Manager Edgar Berger, der bei Sony Music Entertainment das internationale Geschäft leitet.

"Die Wahrheit aber ist, dass die Digitalisierung die Musik rettet." Er sehe in den Zahlen den Beginn einer globalen Wachstumsgeschichte. Die Branche habe allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Die Umsätze im digitalen Geschäft stiegen 2012 um neun Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar und machten damit 34 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Dazu trugen auch die schnell wachsenden neuen Online-Musikdienste wie Spotify und Deezer bei. Dank dieser neuen Plattformen könnten die Unternehmen ihre Geschäfte leichter ausbauen und neue Kunden gewinnen.

"Bislang kam der Großteil unserer Umsätze aus einer Handvoll Länder", sagte Stu Bergen, der bei Warner Music für das Marketing verantwortlich ist. "Heute können wir mit den digitalen Kanälen weltweit effektiver Umsätze erwirtschaften."

CD-Geschäft bleibt Sorgenkind

Sorgenkind bleibt aber weiter das CD-Geschäft, dessen Umsatzanteil auf 58 Prozent von 61 Prozent im Jahr zuvor sank und in vielen Ländern unter Druck ist.

Erfolgreichstes Album im vergangenen Jahr war "21" der britischen Jazz- und R&B-Sängerin Adele, das 8,3 Millionen Mal verkauft wurde. Auf den Plätzen dahinter folgen die US-Country-Pop-Sängerin Taylor Swift mit ihrem Album "Red" und die britische Boygroup One Direction mit "Up All Night" und "Take Me Home".

Auf Platz eins der digitalen Single-Charts kam die kanadische Singer-Songwriterin Carly Rae Jepsen mit ihrem Hit "Call Me Maybe", gefolgt von dem belgisch-australischen Singer-Songwriter Gotye mit "Somebody That I Used To Know" und dem südkoreanischen Rapper Psy mit dem Kultsong "Gangnam Style", zu dem er schon mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon tanzte.

Reuters/lw
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