24.01.13

Lautstärkegrenzen

Einigung mit Klägern im Streit um das Wacken-Open-Air

Wenn der Lärmgrenzwert künftig überschritten wird, zahlt das Festival ein Bußgeld für soziale Zwecke - Vorschlag kam von den Veranstaltern.

Foto: dapd/DAPD
Wacken bleibt laut, aber mit strengeren Grenzwerten
Wacken bleibt laut, aber mit strengeren Grenzwerten

Wacken. Die Konzerte auf dem weltgrößten Heavy-Metal-Festival in Wacken bei Itzehoe (Kreis Steinburg) dürfen auch in diesem Jahr wie gewohnt stattfinden. Die Klage vor dem Verwaltungsgericht Schleswig wegen der Lautstärke des Festivals ist vom Tisch, wie Rechtsanwalt Jens-Ulrich Kannieß am Donnerstag bestätigte. Der Vertreter der Kläger und die Veranstalter einigten sich außergerichtlich. "Wenn der Geräuschpegel von 70 Dezibel im Mittel überschritten wird, zahlt der Veranstalter künftig 1000 Euro an die Gemeinde", sagte Kannieß.

70 Dezibel entsprächen der Lautstärke eines laufenden Rasenmähers vor dem Schlafzimmerfenster. Die Gemeinde soll das Geld an soziale Einrichtungen weiterleiten. Dieser Vorschlag kam laut Rechtsanwalt von den Veranstaltern selbst. Die Einhaltung des Vergleichs soll künftig eine amtlich anerkannte Messstelle überprüfen.

Rechtsanwalt Kannieß vertritt eine Frau und einen Mann aus Wacken, die gegen das Amt Schenefeld geklagt hatten, weil sie sich durch den Festivallärm belästigt fühlten. Die Genehmigungsbehörde hatte sich auf eine Ausnahmeregel berufen, nach der bei seltenen Ereignissen der Lärmgrenzwert von 70 auf 90 Dezibel hochgeschraubt werden kann. Der Veranstalter des Wacken-Open-Air (WOA), Holger Hübner, hatte stets bestritten, dass vor dem Haus der Klägerin ein Wert von 90 Dezibel erreicht werde.

Sobald er den von der Gegenseite unterschriebenen Vergleich in Händen halte, werde er die Klage zurückziehen, sagte Kannieß. Er wollte dies voraussichtlich noch am Donnerstag erledigen. Damit wäre der ursprünglich für den 18. Februar vorgesehene Verhandlungstermin vor dem Verwaltungsgericht überflüssig.

Zum "Wacken Open Air 2013" werden 75 000 Heavy-Metal-Fans erwartet. Rund hundert Bands spielen in der ersten Augustwoche zum Teil gleichzeitig mit einer Lautstärke von bis zu 120 Dezibel auf. Die Karten für das Spektakel sind seit Monaten ausverkauft.

(dpa)
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