Chanson
Eine Diseuse schwelgt in Erinnerungen
Jane Birkin singt am 30. April in der Laeiszhalle verträumte, selbst verfasste Lieder aus ihrer Kindheit
Jane Birkins Lieder sind wie die zarten durchsichtigen Kleider, die sie als junges Mädchen trug. Flirrend verspielte Erinnerungen an Sommerurlaube am Meer und den Zauber der ersten Liebe.
Wer ihrem hingehauchten Sprechgesang lauscht, sieht unweigerlich die verwegene Sex-Göttin vor sich, die mit ihrem Mann Serge Gainsbourg 1969 "Je t'aime ... moi non plus" stöhnte. Aber wer will mit Anfang 60 schon ständig an seine musikalischen Jugendsünden erinnert werden? Sie sei damals nur eine Puppe gewesen, sagt die Birkin heute. Längst gilt sie als eigenständige Künstlerin auf der Leinwand und in ihrer Musik, die ihr allerdings meist von Könnern auf den Leib gedichtet wurde. Heute ist der stets einen Halbton danebenliegende Gesang ihr Markenzeichen.
Die Kinderlieder ihres aktuellen Albums "Enfants d'Hiver" ("Winterkinder") hat Jane Birkin allesamt selbst verfasst. Es sind heitere, verspielte und auch nachdenkliche Einblicke in das Fotoalbum ihrer Familie. Treue Freunde haben die Songs mit Piano und Streichern dezent instrumentiert. In "A la grace de toi" schunkelt Birkin irgendwann auch die eigenen Kinder in den Schlaf. Am Donnerstag, 30.4., präsentiert die Sängerin ihre neuen Lieder in der Laeiszhalle. Und sicher auch einige Klassiker. asti
Jane Birkin Do 30.4., 20.00, Laeiszhalle (U Gänsemarkt), Joh.-Brahms-Platz, Karten zu 31,- bis 48,- (Vvk.); www.janebirkin.net/uk




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