Die Welt ist aus einem Ei entstanden, so verkünden es manche ostasiatischen Religionen. Sie kann auch wieder dahin zurückkehren, wenn eine Künstlerin es nur will. Edda Henschel weiß, wie es geht. Sie nimmt ausgeblasene Gänse- und Hühnereier, schafft sich mit einem kleinkalibrigen Bohrer in der zarten Kalkwand ein oder zwei Portale, und schon eröffnet sich ein verheißungsvoller Raum. In Edda Henschels Phantasie wird er zur Bühne, auf der die Welt agiert. Wanderer klettern im Gebirge zum Gipfelkreuz, im großfenstrigen Atelier arbeitet ein Maler nach einem Modell, in der Bücherstube schauen Kunden auf die verlockende Lektüre in den prall gefüllten Regalen.

An die 50 dieser Miniaturszenen und Stilleben aus winzigen Plastikfiguren, Holz, Papier, Moos und Kork, verziert mit Goldornamenten und Blattgold, sind bis Ostern in der Galerie Rose ausgestellt.

Welt im Ei Objekte von Edda Henschel, 25. 2.-26. 3., Di-Fr 11.00- 18.00, Sa 10.00-14.00, Galerie Rose, Großer Burstah 36, Eintritt freie.p.