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Kultur

Dokumentation

Erinnerung an Wolfgang Neuss

Er war einer der originellsten Kabarettisten der Nachkriegszeit: Wolfgang Neuss gab den "Mann mit der Pauke", war ein Querkopf, der andere gern anstieß, und dem es nichts ausmachte, dabei selbst anzuecken.

"Heut mach ich mir kein Abendbrot, heut mach ich mir Gedanken", ist einer seiner Sprüche zwischen Tiefsinn und Nonsens. "Auf deutschem Boden darf nie wieder ein Joint ausgehen" ein anderer. Neuss schoss sich im Zweiten Weltkrieg den Zeigefinger der linken Hand ab, um ins Lazarett zu kommen. Zum Buhmann der Nation wurde er, als er in einer Zeitungsanzeige den Mörder eines TV-Krimis vorab verriet. Langhaarig und zahnlos, aber nicht ohne Biss feiert er ein spätes Comeback. Regisseur Rüdiger Daniel hat den Kabarettisten kurz vor seinem Tod 1989 besucht, mit Wegbegleitern gesprochen und eine unterhaltsame Dokumentation zusammengestellt. (vob)

Das Neuss Testament 21.00, 3001 (U/S Sternschanze), Schanzenstraße 75, Karten 6,50/5,50 (vob)

 

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