Dienstag, 14. Februar 2012, 14:24

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Kino

Du bist, was du arbeitest

Virtuoses Drama: Laurent Cantet erzählt in Auszeit von einem Leben, das von der Lüge lebt

Die Geschichte ist so unglaublich, dass sie nur wahr sein kann: Mehr als 15 Jahre lang gab der arbeitslose Jean-Claude Romand vor, bei der UNO angestellt zu sein, täuschte Familie und Freunde, ergaunerte sich den Lebensunterhalt durch Betrügereien. Als seine Lebenslüge aufflog, brachte er Frau und Kinder um, sein Selbstmord scheiterte.

Ein Drama, vom Leben geschrieben - und für den französischen Regisseur Laurent Cantet der Anlass für eine Reflexion über das Wesen der Arbeit, ihre soziale Bedeutung und identitätsstiftende Gabe.

Du bist, was du arbeitest. In diesem Teufelskreis ist auch der arbeitslose Geschäftsmann Vincent (Aurelien Recoing) gefangen. Wenn seine Frau ihn auf dem Handy anruft und er vorgibt, aus einer Sitzung zu kommen, hockt er in Wirklichkeit an einer Raststätte, geht auf eine angebliche Geschäftsreise, nächtigt im Ferienhaus. Er döst auf Parkplätzen, pausiert in Firmenlobbys und lockt gutgläubige Anleger in die Falle. Ein Leben, so anstrengend wie ein Fulltime-Job, ein trostloses Dasein, das Cantent als virtuoses Drama und spannendes Katz-und-Maus-Spiel inszeniert.

Auszeit Frankreich 2001, 128 Min., ab 12 Jahren, R: Laurent Cantet, D: Aurelien Recoing, Karin Viard, Serge Livrozet, Jean-Pierre Mangeot, 7. 11., 9./10. 11., 13. bis 18. 11. im Metropolis (OmU)

 

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