Zwischen Himmel und Hölle
Drama: "Om Shanti Om": Mehr Bollywood geht nicht
Auf der Berlinale stellte einer all die verkrampften Hollywoodstars in den Schatten: Shahrukh Khan, zu Unrecht auf einen indischen Tom Cruise reduzierter Hauptdarsteller unzähliger Bollywood-Hits, präsentierte "Om Shanti Om" und griff die hysterischsten Fans ab. Die Premiere war nach sieben Minuten ausverkauft, die Tickets im Nennwert von acht Euro wurden mit bis zu 600 Euro gehandelt. Für die Käufer hat es sich gelohnt: "Om Shanti Om" treibt das Genre mit einer aberwitzigen Reinkarnations-Geschichte, berauschenden Tanzszenen und Gefühlen zwischen Himmel und Hölle auf die Spitze.
Khan spielt den Statisten Om Prakash Makhija, der im Filmbusiness der 70er sein Glück sucht. Er verliebt sich in die Schauspielerin Shanti (Deepika Padukone), die mit einem berechnenden Filmproduzenten liiert ist. Weil dieser sich der Tochter eines Geldgebers versprochen hat, bricht er die Dreharbeiten zu Shantis neuem Film "Om Shanti Om" ab und räumt sie aus dem Weg. Bei dieser Gelegenheit stirbt auch Om. Der zweite, schwächere Teil des Films spielt 30 Jahre später. Om wird als Bollywood-Star Om Kapoor wiedergeboren. Er belebt das Projekt "Om Shanti Om" neu und lässt es vom damaligen Produzenten finanzieren. Im Verlauf seiner mühsamen Rache treten neben Reinkarnierten auch Geister von Untoten auf.
Die Geschichte ist hanebüchen - und ein Fest der Parodie, gespickt mit Zitaten der Filmgeschichte, eine vielleicht schon zu perfekt durchinszenierte, glitzernde Hommage an das Genre. Und weil dieser Film nun mal im Bollywoodmilieu spielt, treten in einer großen Partyszene 30 Größen von Kajol bis Preity Zinta auf. Die Grausamkeit der Gier, die Unmöglichkeit der Liebe und einen ungeahnt selbstironischen Hauptdarsteller, all dies bringt Regisseurin Farah Khan hier in pralle 168 Minuten. Mehr geht nicht.



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