Montag, 13. Februar 2012, 07:57

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Kino

Briefe wie aus dem Jenseits

Drama mit komischen Elementen: "P.S. Ich liebe Dich" erzählt von der ewigen Kraft der Liebe, die Leben und Tod überdauert

Verzweifelt verschanzt sich die junge, attraktive Witwe Holly (Hilary Swank) nach dem tragischen Tod ihres geliebten Ehemannes Gerry (Gerard Butler) in ihrem Apartment in New York. In ihrer Trauer lässt sie sich so sehr gehen, dass sich rings um sie bereits der Müll stapelt. Aus der chronischen Lethargie wird sie erst herausgerissen, als an ihrem 30. Geburtstag plötzlich ihre Mutter (Kathy Bates) und ihre besten Freundinnen (Lisa Kudrow, Gina Gershon) vor der Tür stehen. Zu ihrer großen Überraschung tischen sie ihr eine Torte auf, in der sich eine Nachricht des gestorbenen Mannes befindet.

In der bittersüßen Liebeskomödie "P.S. Ich liebe Dich" schickt der amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Richard LaGravenese ("Wachgeküsst") seine Protagonistin auf eine Reise voller emotionaler Höhen und Tiefen. Die Vorlage zu dieser Liebesgeschichte lieferte die junge irische Autorin Cecelia Ahern mit dem gleichnamigen Bestseller. In Deutschland avancierte das Buch mit mehr als 1,5 Millionen verkauften Exemplaren zum bislang erfolgreichsten Liebesroman des 21. Jahrhunderts.

Nach dem ersten unkonventionellen Geburtstagsgruß aus dem Jenseits bekommt die junge Frau, wie angekündigt, ein ganzes Jahr lang regelmäßig Post von ihrem gestorbenen Gatten. In diesen Schreiben, die jeweils mit "P.S. Ich liebe Dich" enden, gibt er ihr konkrete Handlungsanweisungen. So soll sie sich beispielsweise ein schickes Kleid kaufen, eine Karaoke-Bar besuchen oder gemeinsam mit ihren Freundinnen nach Irland in den Urlaub fahren. Mithilfe dieser Briefe, die er in weiser Voraussicht kurz vor seinem Tod verfasst hat, soll sie wieder den Weg ins Leben zurückfinden.

Oscar-Preisträgerin Swank, die bisher vor allem als starke Charakterdarstellerin überzeugte, ist in "P.S. Ich liebe Dich" erstmals in einer Liebeskomödie zu sehen. Während sie es versteht, auch in der Rolle der trauernden, jungen Witwe die unterschiedlichen Facetten ihrer Gefühle zum Ausdruck zu bringen, bleiben die anderen Filmfiguren eher schwach und schablonenhaft. Eine vielschichtigere Rolle spielt nur Bates, die im Leben ihrer Tochter heimlich die Fäden zieht.

Mit der populären Literaturverfilmung setzt LaGravenese auf großes Gefühlskino, das vor allem das weibliche Publikum ansprechen dürfte. Atmosphärisch aufgelockert wird die Herz-Schmerz-Geschichte durch dramaturgisch geschickt eingesetzte Rückblenden, die der Regisseur stilsicher mit viel Witz und Tempo inszeniert hat. In "P.S. Ich liebe Dich" beschert LaGravenese den Zuschauern zwar kein klassisches Happy End, aber die beruhigende Botschaft, dass die Kraft der Liebe Leben und Tod überdauert.

 

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