Was Elsa gehörig auf die Palme bringt
KOMÖDIE: "Kann das Liebe sein?" wartet mit viel Wortwitz und Situationskomik auf - und steckt zudem voller Romantik
Lucas (Vincent Lindon), ein stinkreicher Industrieller, geht in Liebesdingen auf Nummer sicher. Eine Scheidung, die letzte Geliebte eine Industriespionin - bei Frauen ist besser Vorsicht geboten. Zumal sich Lucas' Liebeskummer immer postwendend negativ auf die Aktienkurse seines Unternehmens auswirkt. Aber dann sitzt sie da, mitten in der Empfangshalle, und werkelt an einem Fresko: Elsa (Sandrine Bonnaire), die schöne Bildhauerin. Lucas ist hin und weg. Doch schon flimmern zahlreiche Horrorszenarien vor seinem inneren Auge: Ist sie vergeben? Lesbisch? Drogenabhängig? Da kann nur einer helfen: der firmeneigene Sicherheitschef Roland (Francois Berleand). Und der versteht sein Handwerk nur allzu gut: Wanzen, versteckte Kameras, ständige Observierung. Ein amouröses Spionagenetz, das Elsa gehörig auf die Palme bringt.
Das nun folgende Hin und Her aus Anziehung und Zurückweisung inszeniert Jolivet mit einem Tempo, das die Erinnerung an Hollywoods Screwball-Komödien wachruft. Treffender Wortwitz, absurde Situationskomik (köstlich, wie Lucas beim Tête-a-tête in Elsas Wohnung von Rolands Kameras ertappt wird) und zwei gut aufgelegte Darsteller, die die Widersprüche ihrer Charaktere - er: weltgewandt und doch unsicher, sie: offen und doch zurückhaltend - und ihrer entgegengesetzten Lebensentwürfe mit Verve verkörpern - mehr kann man von einer romantischen Komödie nicht verlangen. Und die Erkenntnis, dass sich die Liebe nicht berechnen lässt, gibt's obendrein.
>> Kann das Liebe sein? Frkr 2007, 89 Min., o. A., R: Pierre Jolivet, D: Sandrine Bonnaire, Vincent Lindon, Francois Berlèand, Kad Merad, Liane Foly, täglich im Holi, Zeise; www.kann-das-liebe-sein.de



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