Montag, 13. Februar 2012, 17:28

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Kino

Suche ohne Sinn?

MYSTERYTHRILLER: Der neue Film von David Lynch gibt viele Rätsel auf. Und doch ist "Inland Empire" überaus faszinierend [Trailer, Bildergalerie, Podcast]

Wer in diesen Film hineingeht, kommt möglicherweise mit vielen offenen Fragen wieder heraus. Aber das Risiko gehen Freunde der Filme von David Lynch wahrscheinlich gern ein.

Die Reise ins "Inland Empire" beginnt mit einer ernüchternden Sexszene zwischen einem Mann und einer Frau in einem Hotelzimmer. Nachdem der Mann gegangen ist, bleibt die weinende Frau zurück. Im Fernseher läuft eine Soap Opera, deren Darsteller Hasenköpfe tragen. Sie tauchen von Zeit zu Zeit immer wieder im Film auf. Ein weiterer Anfang ist die Geschichte der Schauspielerin Nikki (Laura Dern). Sie lebt in einem noblen Haus in Kalifornien und bekommt Besuch von einer mysteriösen Nachbarin, die ihrem Akzent nach aus Osteuropa kommt. Nikki hat die Hauptrolle in einem "Film" angeboten bekommen und freut sich darüber.

Die Besucherin rät ihr ab und macht düstere Vorhersagen. Beim Beginn der "Dreharbeiten", der "Regisseur" ist Jeremy Irons, erfährt Nikki, dass der "Film" ein Remake ist und die Schauspielerin der ersten Fassung ermordet wurde. Nikkis Partner vor der Kamera ist David Berk (Justin Theroux). Haben die beiden auch ein Verhältnis miteinander? Und was hat es wohl mit den Szenen um eine Mörderin mit einem Schraubendreher und den in Polen spielenden Sequenzen auf sich?

Vielschichtig wie eine russische Matroschka-Puppe und konsequent verrätselt ist die Handlung, die Lynch in "Inland Empire" zusammengestellt hat. Dabei schafft er es aber über weite Strecken, die Fantasie der Zuschauer auf Trab zu halten und sie auf eine möglicherweise sinnlose Sinnsuche zu locken.

Gedreht hat Lynch ohne ein Drehbuch, wann immer und wo immer es ging. Vielleicht ist der Film nur ein Puzzle, noch dazu ein löchriges, aber eins mit schönen Bildern. Dabei schafft es Lynch immer noch mit Leichtigkeit, eine Atmosphäre des Unheimlichen zu erzeugen wie zuletzt in "Mulholland Drive", dennoch geht es weniger grausam und blutrünstig bei ihm zu als sonst.

Es ist in "Inland Empire" so, als ob man vergeblich versucht hätte, hinter die Tricks eines Zauberers zu kommen, den man ganz gut kennt. Aber David Lynch lässt uns nicht - und doch kann man die Augen kaum von seinen Kunststücken lösen.

  • >> Inland Empire USA/Polen/Frankr. 2006, 180 Min., ab 12 J., R: David Lynch, D: Laura Dern, Jeremy Irons, Harry Dean Stanton, Justin Theroux; tägl. im Abaton, Passage, Zeise.
  • Podcast: Ausschnitte aus dem Interview mit David Lynch und Audio-Snippets aus dem Film

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