Dienstag, 14. Februar 2012, 17:00

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Kino

Die einsame Mission des Mafiakillers

Regie-Wunderkind Sam Mendes standen nach dem Erfolg von "American Beauty" alle Türen offen. Er entschied sich für die Verfilmung des Thrillers Road to Perdition. Doch der mit Tom Hanks, Paul Newman, Jennifer Jason Leigh und Jude Law hochkarätig besetzte Film wirkt wie ein Alterswerk

Es gibt viele Geschichten über Michael Sullivan. Manche sagen, er war ein anständiger Mann. Manche sagen, er hatte überhaupt nichts Gutes in sich. Aber ich habe im Winter 1931 einmal sechs Wochen mit ihm verbracht. Dies ist unsere Geschichte." Mit diesen Worten werden die Zuschauer in "Road To Perdition" auf den rechten Weg gebracht. Aber was heißt schon rechter Weg? Der Titel bedeutet Straße zur Verdammnis. Immerhin wird schnell klar, worum es geht: um Schuld und Moral in den USA zu Zeiten der Depression und um Gangsterpaten wie Al Capone. Es ist eine Geschichte von Vätern und Söhnen. Michael Sullivan (Tom Hanks) verdient seinen Lebensunterhalt mit "Missionen". So umschreibt er die Drecksarbeit, die er für John Rooney (Paul Newman) macht, einen Gangsterboss, zugleich sein väterlicher Freund. Michaels Sohn Peter (Liam Aiken) wird Augenzeuge, als sein Vater und Rooneys Sohn Connor (Daniel Craig) unbequeme Konkurrenten umbringen. Diese Panne ist Connor, der neidisch auf die Zuneigung seines Vaters zu Michael ist, ganz recht. Kaltherzig ermordet er Sullivans Frau (Jennifer Jason Leigh) und seinen jüngeren Sohn. Michael und Peter fliehen. Als die Rooneys Ohrenzeugen von Sullivans Versuch werden, bei Al Capone anzuheuern, lässt John Rooney seinen Ziehsohn fallen und setzt den Killer und Polizeifotografen Maguire (Jude Law) auf ihn an. Die Geschichte erinnert an eine griechische Rachetragödie mit biblischen Anspielungen. Drei komplexe Vater-Sohn-Beziehungen stehen im Zentrum der Handlung, wobei leibliche Verwandtschaft nicht mit dem höchsten Grad an Zuneigung gleichzusetzen ist. Dem britischen Regie-Wunderkind Sam Mendes standen nach seinem Erfolg mit "American Beauty" in Hollywood fast alle Türen offen. Er entschied sich für die Verfilmung eines gezeichneten Romans in Buchform. Die Besetzung ist vom Feinsten. Paul Newman ist mit seinen 77 Jahren noch erstaunlich charismatisch, Daniel Craig überzeugt in seiner kleinen Rolle mehr als Tom Hanks in seiner großen. Die Kamera von Conrad Hall taucht die Handlung in schöne graubraune Bilder. Man fühlt sich in diesem Mafia-Film wie in einem edlen Ledereinband mit Goldschnitt. Und doch wirkt die Gediegenheit auch wie ein Hemmschuh. Obwohl dies erst die zweite Regiearbeit von Mendes ist, hat er schon etwas von seinem Newcomer-Elan verloren. "Road To Perdition" ist ein Film, der wie ein Alterswerk wirkt.

Road To Perdition USA 2002, 119 Minuten, ab 16 Jahren, R: Sam Mendes, D: Tom Hanks, Paul Newman, Jude Law, Jennifer Jason Leigh, Daniel Craig, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek, Grindel (auch OF), Hansa-Studio, Kinopolis, Koralle, UCI Othmarschen-Park, UCI Smart-City, UFA Palast; Internet: www.roadtoperdition.de

 

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