Dienstag, 14. Februar 2012, 20:43

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Kino

Mels martialisches Maya-Epos

HISTORIENDRAMA: von Mel Gibson: "Apocalypto" ist ein maßloses Blutbad

Was immer man von Mel Gibsons neuer Regiearbeit halten mag - langweilig ist der Film nicht: Action, Blut, nie gesehene Bilder. Allerdings nötigt "Apocalypto" den Zuschauer, sich Sorgen um Gibson zu machen: Welches Weltbild hat er? Woher die Obsession für Gewalt? Der Streifen über den Untergang der Maya im 16. Jahrhundert ist ein einziges Blutbad.

Auf Gewalt verstehen sich auch andere, Sam Peckinpah etwa oder Martin Scorsese. Doch welcher Regisseur zeigt schon einen Mann, der die rohen Hoden eines Tapirs vertilgt? Oder schlagende Herzen, die friedliebenden Männern aus der Brust gerissen wurden? Oder abgetrennte Köpfe, die einer nach dem anderen eine endlos lange Treppe hinunterkullern. In "Apocalypto" wird geknüppelt, vergewaltigt, gefoltert, aufgespießt, ausgeweidet, geschlitzt, zerlegt und geköpft, dass man ganz laut "Aufhören!" schreien möchte. Diesmal hat Gibson jegliches Maß verloren.

Dabei zeichnet er zunächst eine Idylle und beschreibt den friedvollen Alltag eines Maya-Stammes: jagen, essen, scherzen, schlafen, Liebe machen. Wie schon in "Die Passion Christi" sprechen die Schauspieler auch hier die originale Sprache jener Zeit - was die Fremdheit und Isolation der Kultur unterstreicht. Doch plötzlich wird das Dorf von martialischen Kriegern überfallen. Sie verschleppen die Menschen in die Hauptstadt der Maya, wo sie als Sklaven verkauft oder auf einer riesigen Pyramide den Göttern geopfert werden. Nur einer, Jaguarpranke (Rudy Youngblood), kann diesem Schicksal entfliehen.

Ja, die Welt war damals grausam, und sie ist es heute. Gibson vertritt einen Standpunkt, und vielleicht verdient seine Manie und Energie, eine andere, unbekannte und nie zuvor gesehene Welt zu kreieren, sogar Respekt. Aber ob man sich das in blutgetränkter Detailfreude ansehen will, muss jeder für sich entscheiden.

>> Apocalypto USA 2006, 140 Min., ab 18 J., R: Mel Gibson, D: Rudy Youngblood, Dalia Hernandez, Jonathan Brewer, im Cinemaxx Dammtor, Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek, UCIs Mundsburg, Othmarschen-Park, Smart-City.

 

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