Dienstag, 14. Februar 2012, 14:11

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Kino

Der Fluch, der zwischen vier Wänden wohnt

"Monster House" ist keine Parodie, sondern klassischer Horror

Dieses Haus ist gefräßig: Es gibt sich mit den Spielsachen der Kinder zufrieden, die versehentlich auf den davor liegenden Rasen geraten und die sofort von dem alten Mr. Nebbercracker beschlagnahmt werden - nein, es verschlingt sogar Lebewesen, Vierbeiner ebenso wie Zweibeiner. Mit seinem verfallenen Äußeren ist es der Schandfleck der schmucken Vorstadtsiedlung und wird von den Erwachsenen geflissentlich ignoriert. Nicht so von DJ: Schließlich wohnt der Zwölfjährige genau gegenüber und hat viel Zeit, mit seinem Fernrohr zu beobachten, was sich hier abspielt. Als der brandneue Basketball seines Freundes Chowder vor dem Haus landet, versuchen die beiden, ihn zurückzuholen. Doch wenn sie gewusst hätten, was das für Folgen hat, hätten sie das wohl lieber nicht getan.

Häuser, in denen der Geist von (meist gewaltsam ums Leben gekommenen) Vorbesitzern spukt und den neuen Bewohnern das Leben zur Hölle macht, haben eine lange Tradition im Horrorfilm - von Klassikern wie dem mehrfach verfilmtem "The Old Dark House" oder Hitchcocks "Rebecca" bis zum jüngsten Boom in den letzten Jahren mit dem neu verfilmten "Amityville Horror" oder dem japanischen "The Grudge" samt Fortsetzung sowie des amerikanischen Remakes.

"Monster House" treibt die Idee des besessenen Hauses weiter, wenn er zeigt, wie das Haus sich von seinem angestammten Platz löst und die Kinder durch die Stadt verfolgt, bevor es - in einem breit ausgewalzten Finale - von diesen in eine Falle gelockt wird und endgültig sein Leben aushaucht.

Das ist höchst dramatisch und - trotz der Freigabe ab 6 Jahren - eher für Zwölfjährige geeignet.

"Monster House" ist auch keine Parodie, sondern ein ziemlich geradliniger Horrorfilm, selbst wenn er von Zeit zu Zeit komische Momente besitzt. Das Motion-Capture-Verfahren, bei dem die Bewegungen der Schauspieler in animierte Computerbilder übersetzt werden, ist bei Großaufnahmen von menschlichen Figuren ähnlich problematisch wie im "Polar-Express", aber die Turbulenz der Handlung lässt das schon mal vergessen.

Hübsch ist,, dass das Debüt von Regisseur Gil Kenan dem klassischen Horrorfilm auch in der tragischen Dimension der Geschichte verpflichtet ist: Hinter dem Fluch verbirgt sich die Geschichte eines einsamen Mannes, der sich in eine übergewichtige Zirkuskünstlerin verliebte, die wegen ihres Gewichts von anderen Menschen nur verspottet wurde. Und die schließlich zu Tode stürzte, als Kinder sie an Halloween hänselten. Seitdem war das Haus von ihr besessen - und entwickelte zu Halloween ein mörderisches Eigenleben.

Monster House USA 2006, 90 Min., ab 6 J., R: Gil Kenan, D: Steve Buscemi, Nick Cannon, Maggie Gyllenhaal, Jon Heder, tägl. im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek, Grindel, Hansa-Kinocenter, UCI Mundsburg, UCI Othmarschen-Park, UCI Smart-City; www.monsterhouse-derfilm.de

 

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