Vom Knacken brechender Knochen
Harte Action aus Thailand: "Revenge Of The Warrior"
Egal, ob Tony Jaa nun der legitime Nachfolger des legendären Bruce Lee ist oder nicht: bei seinem zweiten Filmauftritt, der hierzulande in die Kinos kommt, werden alle auf ihre Kosten kommen, die schon in "Ong Bak" von seinen Kampfkünsten angetan waren.
Tony Jaa steht für Kampfszenen der härteren Art, bei denen man auch schon mal das Knacken gebrochener Knochen hört. Dabei zeigt sich der neue Film auf eine gelassene Art selbstbewußter: Regisseur Prachya Pinkaew verzichtet darauf, die einzelnen Einstellungen bei Kampfszenen mehrfach aneinanderzureihen. Was nicht heißt, daß es nicht auch hier unfreiwillige Komik gibt: Manche Szenen erinnern mit ihrer wackligen Kameraarbeit an Hongkong-Filme der 70er Jahre. Für komische Einlagen sind auch absonderliche Gegner (wie die vier Hünen im Finale) gut, ebenso ein thailändischer Polizist mit eigenwilligen Methoden.
Wenn Kham (Tony Jaa) allerdings wiederholt ausruft "Wo sind meine Elefanten?!", dann wirkt das nur auf den ersten Blick komisch, denn immerhin handelt es sich dabei um das nationale Symbol Thailands. Das verleiht Khams Suche nach den zwei entführten heiligen Elefanten, die ihn aus seinem Dorf zuerst nach Bangkok und dann ins australische Sydney führt, eine zusätzliche Dimension, die sich dem westlichen Zuschauer allerdings nur begrenzt erschließt. Das darin enthaltene märchenhafte Element, die Geschichte des einfachen Jungen vom Lande, der sich in der feindlichen Großstadt und in einer fremden Kultur bewähren muß, sorgt zwischendurch immer wieder für dokumentarisch-poetische Momente, auch wenn die Schurken der Geschichte alle etwas Überlebensgroßes haben - wie im frühen Kino, aber auch wie im Märchen. Doch in erster Linie geht es um die harten Faustkämpfe. Die warten mit einer bemerkenswerten Choreographie auf. Es spricht nichts dagegen, Tony Jaa zum legitimen Nachfolger von Bruce Lee zu küren.
Revenge Of The Warrior Thailand 2005, 90 Min., ab 16 J., R: Prachya Pinkaew, D: Tony Jaa, Perttary Wongkamlao, tägl. im Cinemaxx Harburg, 3001, UCI Othmarschen-Park, UCI Smart-City.



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