Hier ist die Welt nicht mehr in Ordnung
"Asterix und die Wikinger" ist zwar die Rückkehr der Gallier zum Zeichentrick, wird die Fans der Comics aber enttäuschen
So richtig darauf gewartet hatte man eigentlich nicht, aber nun ist es doch da, das achte Zeichentrickabenteuer von Asterix und Obelix. Zwischenzeitlich waren die Strichmänner durch zwei Realverfilmungen - die dritte ist bereits in Vorbereitung - ein wenig in Vergessenheit geraten. Doch dem speziellen Charme der Vorlagen kommt man eben nur mit Pinsel und Farbe nahe.
22 Millionen Euro stecken in dem neuen Kinoausflug der listigen Gallier, der von "Terkel in Trouble"-Regisseur Stefan Fjeldmark und Jesper Moller inszeniert wurde. In Deutschland sollen die launigen Stimmen von Christian Tramitz, Smudo, Nora Tschirner, Götz Otto und Dieter Hallervorden die Zuschauer in die Kinos locken.
Die französisch-dänische Co-Produktion beruht auf dem 1967 erschienenen Comic-Band "Asterix und die Normannen", der natürlich von Rene Goscinny (Bild) und Albert Uderzo (Text) ersonnen wurde. Den furchtlosen Wikingern ist zu Ohren gekommen, daß Angst Flügel verleihe. Ihr Umkehrschluß: Um fliegen zu können, muß man Angst verspüren. Also entführen Wikingerchef Maulaf und seine Mannen den ängstlichsten Gallier von allen, Grautvornix.
Der Neffe von Majestix, ein verwöhntes Weichei aus der Großstadt, zudem Vegetarier, Langschläfer, Frauenheld und Partylöwe, war eigentlich nur zu Besuch, um ein ganzer Kerl zu werden. Nun müssen ihn Asterix und Obelix aus den Klauen der Wikinger befreien.
Die Vorlage ist fast 40 Jahre alt. Für die Macher Anlaß, einige Modernisierungen einzubauen. Da gibt es eine Taube namens SMS-ix, ein Eheweib namens Vikea frönt seiner Vorliebe für skandinavisches Möbeldesign, eine hitzköpfige Wikingertochter heißt Abba, Grautvornix tanzt statt zu Rock 'n' Roll zu flotten Songs wie "Get Down On It" oder "Superfreak". Doch spätestens, wenn er seinen Vater "Dad" nennt, weiß man: Bei den Galliern ist die Welt nicht mehr in Ordnung. Der Widerspruch aus altem, wohlvertrauten Zeichenstil und aufgepeppten Popkultur-Zugeständnissen läßt sich nur schwer auflösen. Manchen Witz hätte man sich respektloser gewünscht, manche Idee pfiffiger. Altgediente Asterix-Fans dürften eher enttäuscht sein.
Asterix und die Wikinger Frankreich/Dänemark 2005, 75 Minuten, ohne Altersbeschränkung, R: Stefan Fjeldmark, Jesper Moller, mit den Stimmen von Christian Tramitz, Smudo, Nora Tschirner, Dieter Hallervorden, Götz Otto, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek, Grindel (OF), Hansa-Studio, UCI Mundsburg, UCI Othmarschen-Park, UCI Smart-City, Ufa-Palast.



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