Nichts für schwache Nerven
Aber das Splatter-Remake "The Hills Have Eyes" hat auch ruhige Momente
Man möchte der Familie, die sich von dem wenig Vertrauen erweckenden Tankwart in der Einsamkeit der Wüste von New Mexico auf eine Abkürzung schicken läßt, zurufen: "Tut es nicht!" Prompt haben sie eine Panne - kein Zufall, sondern vorsätzlich verursacht, und schon bald kommt es zu einer mörderischen Auseinandersetzung mit kannibalistischen Mutanten.
Ein weiteres Studioremake (Drehort: Marokko) eines billigen Splatterfilms aus den 70er Jahren, diesmal von Wes Cravens Zweitling, bei dem die deutsche Synchronisation seinerzeit aus den Mutanten die Nachkommen von Außerirdischen machte. Der damals nur angedeutete Hintergrund wird diesmal zu einem zentralen Moment der Geschichte: Es handelt sich um die Nachkommen der Opfer von Atomtests, eine Bergarbeiterfamilie, die ihr Heim nicht verlassen wollte und jetzt in einer Geisterstadt haust. Die wurde von der Regierung einzig zum Zweck ihrer Zerstörung errichtet, komplett mit Schaufensterpuppen als Bewohnern. Doch sie hat überdauert und wirkt jetzt wie ein Museum der Modernität der 50er Jahre, ein Ausflug in das Reich der Twilight Zone, wo die Zeit stehengeblieben ist.
Anders als in seinem Regiedebüt "Haute Tension", das dem Zuschauer kaum eine Atempause gönnte, setzt der ehemalige französische Werbefilmer Alexandre Aja auf den Wechsel von langsamem Spannungsaufbau, totaler Hysterie und Ruhepunkten. Eine besonders an den Nerven zerrende Szene in der Filmmitte, in die auch ein Baby involviert ist, zeugt davon: definitiv nichts für empfindliche Zuschauer. Aber der Film ist mehr als nur ein Schlachtfest, etwa in den kurzen Momenten von Zärtlichkeit, wenn das Mädchen aus der Mutantenfamilie mit seiner Hand über das unversehrte Gesicht des ohnmächtigen Jungen der anderen Familie streichelt. Und unter den Deformierungen, die ihm die Make-up-Spezialisten verpaßt haben, ist sehr wohl noch der Schauspieler Robert Joy erkennbar.
The Hills Have Eyes USA 2006, 107 Min., ab 18 Jahren, R: Alexandre Aja, D. Aaron Stanford, Ted Levine, Kathleen Quinlan, tägl. im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Grindel (OF), Hansa-Center, UCI Mundsburg, UCI Othmarschen-Park, UCI Smart-City, UFA-Palast; Internet: www.thehillshaveeyes-derfilm.de



100. Geburtstag
Axel Springer
Branchenbuch Hamburg



Das Rätsel des Tages




