Kampf der Vampire
Melancholisch, morbid, gelungen: "Underworld Evolution" ist mehr als nur die Forsetzung des Erfolgsfilms von 2003
Die Angst vor Werwölfen und Vampiren ist so alt wie die Menschheit selber. Schon die antike griechische Literatur berichtet von Lykaon, König der Arkadier, der von Zeus in einen Wolf verwandelt wurde. Vampirmythen finden sich weltweit ebenso in verschiedensten Kulturkreisen wieder.
Im Action-Slasher "Underworld" (2003) von Regisseur Len Wiseman traten Werwölfe ("Lykaner") und Vampire als gemeinsame Nachkommen des antiken Feldherrn Alexander Corvinus gegeneinander an, eine uralte Blutfehde - die Betonung liegt auf Blut! - weiterführend. Am Ende meuchelte Vampirin Selene (Kate Beckinsale) ihren Fürsten und Ziehvater Viktor (Bill Nighy), weil der die Fehde einst begann und auch noch Selenes Lover - und Wervampir (was es nicht alles gibt . . .) - Michael (Scott Speedman) ans Fell wollte.
"Underground Evolution" schreibt nun die Geschichte weiter. Im zweiten Teil muß Kate Beckinsale alias "hautenge Lederkostümchen mag ich gern"-Selene mit Michael den wiedererweckten Ur-Vampir Marcus Corvinus (Tony Curran) bekämpfen. Denn der alte Erz-Blutsauger würde halt zu gern seinen Bruder und Ur-Werwolf William aus uralter Verbannung befreien, um mit ihm gemeinsam die ahnungslose Welt zu erobern . . .
Wer schon bei "Underworld" im Kino oder auf DVD Blut geleckt hat, darf sich, krude Handlung hin oder her, mit "Underworld Evolution" auf ein bluttriefendes Genre-Highlight freuen. In blauschwarzen, düsteren Bildern, die die eigentümliche Ästhetik des Vorgängers noch übertreffen, zaubert Len Wiseman ein beinahe melancholisches, morbides Horror-Epos auf die Leinwand. Die üblichen Zutaten wie Blutfontänen, Rübe-runter-Gehacke und Bregen-Brei erzeugen dabei weniger Schrecken durch ihre Brutalität, sondern weil sie in so starkem Kontrast zu den nahezu sensibel ausgewählten und aufgebauten, herrlich verranzten Drehorten stehen.
Manche überraschende Wendung mag erzwungen wirken, mancher CGI-Effekt aufgesetzt, aber das ist egal: "Underworld Evolution" ist optisch beeindruckender, spannender und vor allem blutiger (und das nicht zu knapp, meine Damen und Herren!) als der vorhergehende Überraschungserfolg von 2003. Genre-Konkurrent Wesley Snipes alias "Blade" kann da nur ein cooleres Auto bieten, Van Helsing kann ganz einpacken, zur Zeit ist Kate Beckinsale, frei nach einem uralten Ärzte-Song, "Dein Vampir".
Underworld Evolution USA 2006, 106 Min., ab 16 J., R: L. Wiseman, D: K. Beckinsale, S. Speedman, im Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek, Grindel (OF), Hansa-Center, UCI Mundsburg, UCI Othmarschen, Smart-City, UFA-Palast; www.underworld-evolution.de



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