Dienstag, 14. Februar 2012, 16:18

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Kino

Dribbeln wie Ronaldinho? Ein Traum wird wahr!

Danny Cannons "Goal" ist ein packender Film über die Karriere eines jungen Fußballers

Davon hat sicher jeder Junge, der auf dem Bolzplatz dem Gegner vors Schienbein trat, schon geträumt: einmal so berühmt (und reich) zu werden wie David Beckham oder Zinedine Zidane. Im Kino, diesem Ort der Sehnsucht und der Dunkelheit, werden solche Träume Wirklichkeit. Und warum sollte jene Geschichte, die uns "Judge Dredd"-Macher Danny Cannon erzählt, nicht so oder ähnlich passiert sein?

Im Mittelpunkt steht der junge Santiago Munez (Kuno Becker), ein Flüchtling aus Mexiko, der in Los Angeles seine Brötchen als illegaler Tagelöhner verdient. Jede freie Minute kickt er mit seinen Freunden und begeistert die wenigen Zuschauer mit eleganten Dribblings, genauen Pässen und unhaltbaren Torschüssen. Zufälliger Beobachter: der britische Talentscout Glen Foy (Stephen Dillane), der Santiago nach England lockt. Zu Newcastle United, um genau zu sein. Doch aller Anfang ist schwer: Die ruppige englische Gangart macht dem filigranen Ballkünstler zu schaffen. Und die Probezeit ist bald um.

Fußball und Kino - das war, von einigen Ausnahmen abgesehen - in der Vergangenheit eine eher unglückliche Liaison. Zu dynamisch, zu unübersichtlich und zu unberechenbar ist dieses Spiel, um es adäquat auf Zelluloid zu bannen. Sportarten wie Boxen und Baseball haben es da leichter.

Regisseur Cannon gelang nun das Kunststück, nicht nur eine typisch amerikanische Erfolgsgeschichte zu erzählen, sondern auch packende Fußballszenen einzufangen. Klasse, wie Kuno Becker, in Mexiko ein TV-Star, im Stil eines Ronaldinho den Gegner austrickst und den Ball wie an einer unsichtbaren Leine mit sich führt. Für Dramatik sorgt das knallharte Geschäftsgebaren hinter den Kulissen, für Gefühle eine patente Krankenschwester, für Humor Alessandro Nivola als verhätschelter Star. Wer nicht genug bekommen kann: "Goal!" ist als Trilogie angelegt, im zweiten Teil kickt Santiago, welch steile Karriere, für Real Madrid. Da gilt die alte Kritiker-Weisheit: Nach dem Kino ist vor dem Kino, und ein Film dauert manchmal länger als 90 Minuten.

Goal USA 2005, 118 Min., ohne Altersbeschränkung, R: Danny Cannon, D: Kuno Becker, Tony Plana, Alessandro Nivola, Stephen Dillane, Anna Friel, Zinedine Zidane, David Beckham, täglich im UCI Othmarschen-Park, UCI Smart-City und Ufa-Palast; Internet: www.goal-derfilm.de

 

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