Dienstag, 14. Februar 2012, 14:23

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Kino

Es ist etwas im Busch

"Die weiße Massai", Hermine Huntgeburths Verfilmung der Liebe von Corinne Hofmann, bleibt zwiespältig

Als ihr Kenia-Urlaub sich dem Ende nähert, entdeckt die Schweizerin Carola (Nina Hoss) an Bord einer Fähre den Samburu-Krieger Lemalian (Jacky Ido). Muskulös, lässig und in traditiuoneller Kleidung lehnt er da und genießt ihre bewundernden Blicke. Weniger lustig findet das Carolas Freund Stefan (Janek Rieke). Aber richtig ungläubig wird sein Staunen erst, als sie ihm erklärt, er könne allein nach Hause fliegen, weil sie ihren Gefühlen zu diesem Mann auf den Grund gehen müsse.

Sie geht sogar noch weiter, bricht alle Brücken in die Heimat ab und verkauft ihre Boutique. Ihre Freunde und Verwandte reagieren mit Unverständnis. Carola heiratet schließlich Lemalian und zieht zu ihm in den Busch. Außer der Deutschen Elisabeth (Katja Flint), einer mit einem Afrikaner verheirateten Alkoholikerin, und dem italienischen Pastor Bernardo (Nino Prester) ist sie die einzige Europäerin und versucht, sich mit den ungewohnten Lebensverhältnissen zu arrangieren. Das ist nicht leicht, weder für sie, noch für Lemalian und die traditionsbewußten Samburu, die plötzlich mit vielen Ideen und dem europäisch geprägten Selbstbewußtsein von Carola konfrontiert werden. Sie wird schwanger, bekommt eine Tochter und eröffnet einen Laden. Aber auch unter Geschäftstüchtigkeit verstehen Carola und ihre Kunden ziemlich unterschiedliche Dinge. Und dann kommt beim Samburu- Krieger noch eine unbegründete Eifersucht auf seine Frau hinzu.

"Die weiße Massai" ist eine Bestseller-Verfilmung. Die Schweizerin Corinne Hofmann hatte in mehreren Büchern ihr afrikanisches Abenteuer beschrieben. Der Film ist eine Mischung aus Romanze und der Schilderung des Zusammenpralls zweier Kulturen. Nina Hoss überzeugt in der Titelrolle, wie auch Katja Flint als gebrochene Bundesbürgerin. Die Szenerie ist grandios, aber auch wenn die Geschichte auf Tatsachen beruht, hinterläßt der Film einen zwiespältigen Eindruck, pendelt zwischen Ethno- und Melodrama. Nina Hoss und Jacky Ido zeigen eine Haarwaschszene, die wie ein mißlungenes Zitat der entsprechenden Pflegemaßnahme zwischen Robert Redford und Meryl Streep aus "Jenseits von Afrika" wirkt. Etwas seltsam auch der Umgang mit dem hochkontroversen Thema Beschneidung von Frauen, das hier nur angerissen wird. Regisseurin Hermine Huntgeburth ("Der Boxer und die Friseuse", "Bibi Blocksberg") ist eine vielseitige Vertreterin ihres Fachs, aber bei diesem Film scheint es, als haben die Sachzwänge einer großen Produktion über ihr ansonsten feines Händchen für schräge und etwas abseitige Typen gesiegt.

Die weiße Massai Deutschland 2005, 131 Minuten, ab 12 Jahren, R: Hermine Huntgeburth, D: Nina Hoss, Jacky Ido, Katja Flint, Janek Rieke, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Wandsbek, Hansa-Studio, Holi, Streit's, UCI Mundsburg, UCI Othmarschen-Park; Internet: www.dieweissemassai.film.de

 

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