Dienstag, 14. Februar 2012, 17:37

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Kino

Das Recycling der eigenen Horror-Legende

George A. Romeros "Land Of The Dead" bietet nur wenig Überraschungen

Zombies sind lernfähig. Seitdem sie 1968 in George A. Romeros "Night Of The Living Dead" in Pennsylvania einfielen und dem Kino-Horror eine neue Dimension verliehen, ist die Evolution nicht spurlos an ihnen vorübergezogen. Ihre kannibalistischen Eßgewohnheiten haben sie nicht aufgegeben, dafür entwickelten sich primitive Formen des Zusammenlebens und der Verständigung. Das mag an der Nähe zur Zivilisation der Lebenden liegen, für die Romeros Untote wiederum als Allegorie über die Leinwand geschlurft sind.

Auch "Land Of The Dead", Romeros vierter Zombie-Film, ist so eine Allegorie. Bedrohlicher als die Zombies, die nur noch traurige Wiedergänger ihres ursprünglichen Horrorpotentials sind, breitet sich hier eine soziale Endzeitstimmung aus. In der subproletarisierten Masse floriert der illegale Handel mit Drogen oder Fleisch. Die wenigen Reichen verlustieren sich in den "Fiddlers Green"-Türmen. Kaufman (Dennis Hopper), der Herrscher über die exklusive Festung des Luxus, kontrolliert und plündert die Stadt mit Hilfe von Söldnern aus. Deren Anführer Riley (Simon Baker) träumt jedoch von der Flucht in eine Welt ohne Mauern und Zäune und findet in Slack (Asia Argento) eine Komplizin. Sein unzuverlässiger Partner Cholo (John Leguizamo) will einen Teil von Kaufmans Reichtum. In der Masse der Elenden gärt es, und die Armee der Zombies formiert sich zum Angriff auf die Stadt.

In diesem plakativen Szenario, in dem die reiche Minderheit auf Kosten der verarmten Massen lebt, ist nur eines schockierend: nämlich, wie unspannend dieser Film ist. Was nicht allein daran liegt, daß die Zombies ihren Sensationscharakter eingebüßt haben und die Ekel-Ästhetik nur noch ein Kostüm zu sein scheint. Weder Plot noch Inszenierung sorgen für Überraschungen oder geben gar Rätsel auf. Das Tragische daran ist, daß Romero nun gegen den Trend arbeiten muß, den er mit "Night Of The Living Dead" einst kreierte - und damit auch gegen alle Epigonen. Und daß "Land Of The Dead" trotzdem nur wie das Recycling einer Legende wirkt.

Land Of The Dead USA 2005, 93 Min., ab 18 J., R: George A. Romero, D: Dennis Hopper, Simon Baker, John Leguizamo, Asia Argento, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Grindel (OF), UCI Mundsburg, UCI Othmarschen-Park, UCI Smart-City, UFA-Palast; Internet: www.movies.uip.de/landofthedeadGABRIELE MEIERDING

 

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