Dem Serienkiller ausgeliefert
Der Psychothriller "Saw" ist spannend, blutig und gehaltlos
Zwei Männer erwachen angekettet in einem unterirdischen Baderaum und wissen nicht, warum. Dazu kommen zwei Sägen, eine blutüberströmte Leiche und eine Pistole - fertig ist die Ausgangslage, mit der der Low-Budget-Horrorthriller "Saw" (Produktionskosten 1,2 Millionen Dollar) in den USA und in Großbritannien zum überraschenden Publikumshit geriet. Schnell erkennen der Fotograf Adam (Leigh Whannel) und der Doktor Gordon (Cary Elwes), bei den mörderischen Spielen eines Serienkillers in die Hauptrollen gezwungen worden zu sein. Acht Stunden bekommt Dr. Gordon Zeit, um den ihm unbekannten Adam zu töten. Andernfalls werden beide in dem schimmeligen Großraumklo vermodern.
Es ist eine betont kranke, aber durchaus fesselnde Fantasie, der James Waan (Drehbuch, Regie) und Leigh Whannell (Drehbuch, Hauptrolle) in ihrem Debüt freien Lauf lassen. Ihr Versuch, einem Genre-Highlight wie "Seven" nachzueifern, gipfelt in explizit blutigen und detailversessenen Grusel-Szenarien. Unter effektivem Einsatz von Farbfiltern und extremen Kamerawinkeln erzeugen die Australier eine schlüssig düstere Atmosphäre und halten trotz einiger unlogischer Sequenzen stets die Spannung hoch. Allerdings degradiert eine perfide Moral "Saw" nachhaltig zum gehaltlosen Bilder- und Ausstattungsspektakel: Die Torturen sollen den Opfern nämlich eine Lektion über den Wert des Lebens erteilen. Perverser geht es kaum. Anderseits paßt diese Vorgabe in Zeiten, in denen es normal geworden ist, Kriegshandlungen in Friedensbemühungen umzudeuten.
Saw USA 2004, 100 Min., ab 18 Jahren, R: James Wan, D: Leigh Whannell, Cary Elwes, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek, UCI Othmarschen-Park und UCI Smart-City; Internet: www.saw-derfilm.de



100. Geburtstag
Axel Springer
Branchenbuch Hamburg



Das Rätsel des Tages




