Dienstag, 14. Februar 2012, 16:50

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Kino

Die Jagd nach dem Fahrrad

Sozialkritik aus China: "Bejing Bicycle" gibts jetzt endlich auf DVD

Gut Ding will Weile haben: Fast zweieinhalb Jahre ist es her, dass das chinesische Drama "Bejing Bicycle" in unsere Kinos kam. Jetzt erscheint endlich die DVD, und auch wenn sie keine nennenswerten Extras enthält, so freut man sich doch über ein Wiedersehen oder ein erstes Kennenlernen.

Wer mit der Handlung noch nicht vertraut ist: Guei (Cui Lin), ein junger Mann vom Land, arbeitet in Peking als Fahrradkurier. Die Bedingungen sind hart: 80 Prozent des Umsatzes muss er abgeben, vom Rest soll er auch noch die Raten fürs Fahrrad abstottern. Doch plötzlich ist das Fahrrad weg und mit ihm der Job. Das Unmögliche geschieht: Guei findet es im Großstadtmoloch wieder. Aber: Es gehört mittlerweile dem Studenten Jian (Li Bin), der es auf dem Flohmarkt gekauft haben will. Ein zäher Kampf um das Rad beginnt, verzweifelt klammern sich die Jungen an ihren Besitz. Da gibts nur eins: Bicycle-Sharing. Doch damit beginnen die Probleme erst .

Das Fahrrad als Symbol für Wohlstand und Ansehen, nicht zuletzt auch als Mittel, um den Lebensunterhalt zu verdienen - das erinnert an Vittorio De Sicas "Fahrraddiebe" von 1948. Regisseur Wang Xiaoshuai betont die sozialkritischen Aspekte seiner Fabel: Nicht jeder profitiert vom wirtschaftlichen Boom in China, viele bleiben auf der Strecke. Aus dem Fahrrad ist plötzlich ein Sym-bol für Armut geworden. Michael Ranze

Bejing Bicycle China/Frankreich 2000, 108 Minuten, ab 12 Jahren, R: Wang Xiaoshuai, D: Cui Lin, Li Bin, Zhou Xun, jetzt als Kauf-DVD erhältlich; Infos im Internet unter: www.sunfilm.de

 

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