Dienstag, 14. Februar 2012, 20:23

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Kino

Spektakulärer Rachefeldzug

"Old Boy" von Chan-Wook Park ist auch Erlösungsgeschichte

Martialische Zahnoperationen sind nicht schön anzusehen. Nur dem asiatischen Kino gelingt es, noch die roheste Gewalt poetisch zu überhöhen. Und mit Pathos und Gefühl anzureichern. Liebe, Schuld, Vergebung, Hass, Inzest. Der ganze Lebensreigen wird in "Old Boy" des Koreaners Chan-Wook Park aufs Feinste durchdekliniert. Dafür gabs den großen Preis der Jury in Cannes. "Old Boy" ist ästhetisch so ambitioniert fotografiert und so verschlungen konstruiert, dass er mit Filmen von David Lynch mithalten kann - einschließlich ungebetener Geschenke mit entsetzlichem Inhalt.

Dae-su Oh (Min-sik Choi) wird entführt, verschwindet für 15 Jahre in einem fensterlosen Ein-Zimmer-Apartment. Im TV erfährt er vom Mord an seiner Frau, der ihm angehängt wird. Als er freikommt und beauftragt wird, die Gründe seiner Haft zu suchen, ist sein Ziel Rache. Fünf Tage bleiben ihm, die Wahrheit herauszufinden, sonst sterben alle Frauen, die Dae-su je geliebt hat.

Min-sik Chois Oldboy-Spiel ist eine Pracht. Die leeren Augen im verwitterten Gesicht. Die Blume aus Haaren auf dem Kopf. Die hilflosen Gesten des massigen Körpers. Auch wenn er Dreck am Stecken hat, gewinnt er sofort alle Sympathien. Die Wahrheit verschlägt am Ende nicht nur Dae-su Oh die Sprache.

Nach "Sympathy For Mr. Vengeance" ist "Old Boy" der zweite Teil einer Rachetrilogie Chan-Wook Parks. Spektakulär - und eine wunderbare Erlösungsgeschichte. Annette Stikele

Old Boy Südkorea 2003, 119 Min., ab 16 J., R: Chan-Wook Park, D: Min-sik Choi, Ji tae Yoo, Hye-jung Gang, tägl. im 3001 (OmU), Zeise; www.cinemagicasia.de/oldboy

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus