Dienstag, 14. Februar 2012, 06:15

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Kino

Zwischen Kampfkunst und Kammerspiel

Film-Duell zweier Regisseure: "2 LDK" und "Aragami" laufen jetzt im 3001

Das Timing könnte besser kaum sein: Zwar hatte der deutsche Verleih für die Filme "2 LDK" von Yukihiko Tsutsumi und "Aragami" von Ryuhei Kitamura unterschiedliche Starttermine vorgesehen, doch im 3001 laufen sie nun als Hamburger Erstaufführungen direkt hintereinander weg. Eine logische Konsequenz der Entstehungsgeschichte, und die geht so: Bei einem Filmfestival in Köln kamen Tsutsumi und Kitamura miteinander ins Gespräch, verstanden sich auf Anhieb prächtig und beschlossen, das "Duell"-Projekt auf den Weg zu bringen. Jeder von ihnen sollte in nur einer Woche und mit geringen Budget einen Film drehen, in dem sich auf engem Raum zwei Protagonisten einen tödlichen Kampf liefern.

Jetzt also sind beide Filme in Hamburg zu sehen, aber ob Tsutsumi oder Kitamura den Besseren gemacht hat, ist nicht zu entscheiden, zu unterschiedlich sind "2 LDK" und "Aragami" - schon wegen des Settings. So hat Tsutsumi "2 LDK" in einem Apartment der japanischen Gegenwart angesiedelt. Hier treffen die eher schüchterne Nozomi (Eiko Koike) und die selbstbewusste Lana (Maho Nonami) aufeinander. Möchtegern-Schauspielerinnen, die beide für die selbe Rolle vorsprechen und zudem in Liebesdingen in direkter Konkurrenz stehen. Das bedeutet Zickenterror, der nicht mit Wortgefechten endet. Schon bald gehen die Damen mit Fäusten, Feuerlöschern und Schwertern aufeinander los - was nicht nur ihnen, sondern auch der Wohnungseinrichtung mächtig schadet.

Verglichen mit dieser Tour de force ist "Aragami" geradezu eine filmische Meditation, angesiedelt im Japan des Mittelalters. Ein schwer verletzter Samurai (Takao Osawa) schleppt sich mit letzter Kraft in einen einsam gelegenen Tempel, der vom titelgebenden Kriegsgott (Masaya Kato) bewohnt wird. Dieser fordert den schon bald wundersam Genesenen auf, ihn in einem Duell zu töten, um so sein ewiges, langweilig-leidvolles Leben zu beenden. Ein paar Schluck Sake später beginnt im Halbdunkel des Tempels der mörderische Kampf . . .

Ryuhei Kitamura, bisher vor allem durch furios-überdrehte Kampfkunst-Epen ("Versus", "Azumi") aufgefallen, zeigt mit "Aragami" erstmals seine Stärke als Kammerspiel-Regisseur, der auch Tiefgründigeres fein nuanciert zu inszenieren weiß. Tsutsumi hingegen hat einen satirischen Splatter-Spaß gedreht, der von der grotesken Überspitzung lebt und wie eine vermenschlichte Version von "Tom & Jerry" daherkommt.

Sehr sehenswert ist beides - und ganz im Sinne der Regisseure gibts ja jetzt die Chance zum "Duell"-Doppelschlag. Hingehen und staunen!

2LDK Japan 2002, 70 Minuten, ab 18 Jahren, R: Yukihiko Tsutsumi, D: Maho Nonami, Eiko Koike, täglich im 3001 (OmU) Aragami Japan 2002, 80 Minuten, ab 18 Jahren, R: Ryuhei Kitamura, D: Takao Osawa, Masaya Kato, Kanae Uotan, täglich im 3001 (OmU); Internet: www.rapideyemovies.deHOLGER TRUE

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus