Dienstag, 14. Februar 2012, 20:33

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Kino

Ein Problem kommt selten allein

"Butterfly Effect" erzählt vom Einfluss der Vergangenheit auf die Zukunft

Der Filmtitel "Butterfly Effect" ist einem Gesetz der Chaostheorie entlehnt: Ein Schmetterling, der in Nordafrika seine Flügel schwingt, löst damit am anderen Ende der Welt einen Sturm aus. Alles hängt mit allem zusammen, jede Aktion hat ihre Auswirkung auf das Leben anderer.

Da sei die Frage erlaubt, warum es bei den vielen Schmetterlingen, die es in Nordafrika geben mag, in Hamburg nicht öfter stürmt. Doch so ganz ernst ist es den Drehbuchautoren und Regisseuren J. Mackey Gruber und Eric Bress ("Final Destination 2") mit der Auslotung der Chaostheorie nicht gewesen. In ihrem Film geht es darum, wie sehr die Vergangenheit die Zukunft beeinflusst, wie sehr man das Schicksal lenken und dem Zufall ein Schnippchen schlagen kann.

Im Mittelpunkt: Evan Treborn (Ashton Kutcher), ein 20 Jahre alter Collegestudent mit einem Sack voller Probleme. Schon als Kind war er in psychiatrischer Behandlung, weil er bei hohem emotionalen Stress mit Blackouts reagierte und sich an nichts mehr erinnern konnte. Weshalb ihm sein Therapeut auftrug, ein Tagebuch zu führen und das Erlebte akribisch festzuhalten.

Als Evan vom Selbstmord seiner Jugendfreundin Kayleigh (Amy Smart) erfährt, zieht er die Aufzeichnungen unter dem Bett hervor. Das Unerwartete geschieht: Die Lektüre katapultiert Evan zurück in die Vergangenheit. Nicht nur, dass er längst vergessene Momente wieder erlebt - er kann sie auch verändern. Warum also nicht die eigene Lebensgeschichte neu schreiben und den Schulfreunden traumatische Erfahrungen, die sich bruchstückhaft in Gestalt von Kayleighs pädophilem Vater (Eric Stoltz) manifestieren, ersparen?

Aber: Die Gegenwart, in die Evan zurückkehrt, ist nicht die, die er verlassen hat.

"Butterfly Effect" ist eine etwas frustrierende Seh-Erfahrung. Ständig muss sich der Zuschauer auf neue Handlungspartikel einstellen, die nicht zu Ende erzählt werden und immer die Möglichkeit einer Variante enthalten. Es gibt so viele Rückblendungen und Schicksalswendungen, dass man zuweilen den Überblick, wenn nicht sogar das Interesse zu verlieren droht. Folge: Nach aufregendem Beginn fällt der Spannungsbogen rasch ab. Auf einer zweiten Ebene lässt sich der Film als Traktat über verpasste Lebenschancen und die Konsequenzen des eigenen Handelns lesen. Genug Stoff also für hitzige Diskussionen nach dem Kinobesuch. Ob sie auch einen Sturm auslösen?

Butterfly Effect USA 2004, 113 Min., ab 16 J., R: Eric Bress, J. Mackey Gruber, D: Ashton Kutcher, Amy Smart, Eric Stoltz, William Lee Scott, täglich im Cinemaxx Harburg, Grindel (OF), UCI Mundsburg, UCI Othmarschen-Park, UCI Smart-City, UFA-Palast; Internet: www.butterfly-effect.deMICHAEL RANZE

 

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