Bollywood mischt New York auf
Kitsch und Gefühlsduselei, wie sie mehr Spaß nicht machen könnten: "Indian Love Story"
Es passiert nicht oft, dass ein indisches Melodram, jener mehrstündige Mix aus Tanz, Gesang und großen Gefühlen, in unsere Kinos kommt. Doch Indien ist in - nicht nur in der Pop-Musik, sondern auch im Kino. Und so ist nach "Sometimes Happy, Sometimes Sad" innerhalb relativ kurzer Zeit ein zweiter Bollywood-Film zu sehen. Ein besonderer zudem, denn er spielt nicht in seiner Heimat, sondern in New York. Hier lebt die 23-jährige Naina (Preity Zinta) mit ihrer Mutter und der Familie unter einem Dach. Nach dem Selbstmord des Vaters gehen die Geschäfte im gemeinsam betriebenen Restaurant mehr schlecht als recht. Naina muss sich um alles kümmern - Finanzen, Familienfrieden und die Versorgung der Geschwister.
Als wir sie zum ersten Mal sehen, trägt sie eine Hornbrille. Die Haare sind streng zurückgekämmt, der Blick ist freudlos, fast böse. Doch plötzlich tritt der Mann in Weiß, einem Engel gleich, in ihr Leben: Aman (Indiens Superstar Shah Rukh Khan). Im Nu hat der attraktive, lebensfreudige Kerl Naina den Kopf verdreht. Was sie nicht weiß: Aman ist todkrank
Das ist so kitschig und gefühlsduselig, wie es klingt. Ein Schuft, wer die Absicht durchschaut und keine Träne vergießen will. Doch bei drei Stunden Spieldauer ist natürlich noch Zeit für jede Menge Humor und zahlreiche Gimmicks wie zum Beispiel eine geteilte Leinwand oder ex-treme Zeitlupen. Nicht zu vergessen die perfekt choreographierten Tanzszenen, die den Film in regelmäßigen Abständen wie dicke Ausrufezeichen interpunktieren. Der Tanzwettkampf zweier Familien auf einer Verlobungsfeier ist schlichtweg atemberaubend.
Indian Love Story - Kal Ho Naa Ho Indien 2003, 187 Min., ab 6 Jahren, R: Nikhil Advani, D: Shah Rukh Khan, Preity Zinta, täglich im Zeise; Internet: www.rapideyemovies.de



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