Getrieben an die Grenzen des Machbaren
Die Doku "The Five Obstructions" berichtet über eine Kraftprobe zwischen Lars von Trier und Jærgen Leth
ars von Trier manifestierte im Jahr 2000 eine vertrackte Form filmischer Herausforderung: das Unscharfmachen. Was sinngemäß darauf hinausläuft, den konfektionierten Scharfblick unserer Mediengesellschaft zu unterwandern. Auf dieser Basis forderte er den dänischen Dokumentarfilm-Veteranen Jærgen Leth heraus. Fünf neue Versionen seines zwölfminütigen Kurzfilms "The Perfect Human" aus dem Jahr 1967 sollte Leth drehen. Dies allerdings unter restriktiven Bedingungen: Lars von Trier diktierte Einschränkungen wie "nicht mehr als zwölf Bilder pro Einstellung" oder "nur Cartoons". Leth hat sich an die Grenzen des Machbaren treiben lassen und alle despotischen Vorgaben des Dogmatikers geknackt.
Lars von Trier zeigte sich immerhin als guter Verlierer und dokumentierte die cineastische Kraftprobe in "The Five Obstructions". Man erlebt einen selbstgefälligen, in seine Thesen verliebten Trier und einen dem künstlerischen Leidensdruck verpflichteten Leth, der seinen Herausforderer mit unerwarteten Resultaten aushebelt. So lernt man hier viel über die Kunst des Filmemachens - oder vielmehr über das Können von Meistern wie Jærgen Leth, die den Wert von Manifesten in ihren Filmen relativieren.
The Five Obstructions Dänemark/Belgien/Schweiz/Frankreich 2001- 2003, 90 Min., ab 12 J., R: Jærgen Leth, Lars von Trier, D: Jacqueline Arenal, Patrick Bauchau, Daniel Hernandez Rodiguez, Alexandra Vandernoot, Jörgen Leth, Lars von Trier, täglich im Abaton; Infos im Internet: www.arsenalfilm.de



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