Dienstag, 14. Februar 2012, 20:46

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Kino

Kunterbunte Halluzinationen

"Blueberry und der Fluch der Dämonen" ist ein Mix aus Italo-Western und Carlos-Castaneda-Trip

zu Beginn des Films ist Mike Blueberry (Hugh O'Conor) noch ziemlich grün hinter den Ohren. Kein Wunder, dass er sich bei seiner Ankunft im Wildweststädtchen Palomito in das erste schöne Mädchen verliebt, das er sieht. Doch sie ist eine Hure, und das Schäferstündchen wird rüde gestört: Wallace Sebastian Blount (Michael Madsen), ein Revolverheld mit schlechten Manieren, macht Gewohnheitsrechte geltend. Es kommt zur Schießerei, das Mädchen stirbt, und Blueberry flüchtet schwer verletzt in die Berge. Dort wird er von Indianern gerettet und gepflegt.

Jahre später ist aus dem Greenhorn ein trauriger Marshall (nun dargestellt von Vincent Cassel) geworden, der immer noch seiner ersten großen Liebe nachweint. Ergo: Mit Blount hat er noch eine Rechnung offen. Und dann kommt der Outlaw in die Stadt, auf der Suche nach einem sagenumwobenen Goldschatz.

"Blueberry und der Fluch der Dämonen" ist die Realverfilmung des in Frankreich sehr beliebten Comics von Jean-Michel Charlier und Jean Giraud, besser bekannt als Moebius. Regisseur Jan Kounen, der sich 1997 mit dem geschmacklosen "Dobermann" nicht gerade mit Ruhm bekleckerte, hat daraus eine eigenartige Mischung aus Italo-Western-Verschnitt und Carlos-Castaneda-Trip gemacht. Bei den Indianern nämlich wird Blueberry mit viel Schamanismus und einer ordentlichen Prise Rauschgift wieder auf Vordermann gebracht. Die nun folgenden Halluzinationen wirken wie so viele auf Zelluloid gebannte Dro-gentrips, einfach nur kunterbunt und lächerlich, in jedem Falle aber deplatziert.

Was bleibt von diesem bizarren Western-Reißer? Einige atemberaubende Landschaftsaufnahmen aus Mexiko und Spanien (wo in den 60er-Jahren die wichtigsten Italo-Western entstanden), eine schöne Altersrolle für Ernest Borgnine ("The Wild Bunch") und ein Wiedersehen mit der bezaubernden Juliette Lewis, die sich in letzter Zeit ein wenig rar gemacht hat.

{B}Blueberry und der Fluch der Dämonen{7B} 124 Minuten, ab 12 Jahren, R: Jan Kounen, D: Vincent Cassel, Juliette Lewis, Michael Madsen, Temuera Morrison, Ernest Borgnine, täglich im Grindel; Internet: www.blueberry-derfilm.deMICHAEL RANZE

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus