Als sei Buster Keaton unter Japaner geraten
"Blessing Bell" ist eine groteske Komödie mit viel feiner Ironie
iebling, du wirst nicht glauben, was mir gestern passiert ist", sagt Igarashi am Schluss des Films zu seiner Frau. Und in der Tat ist seine Geschichte unglaublich. Ausgerechnet an dem Tag, an dem er seine neue Stelle antreten sollte, macht die Firma pleite. Nun streift der Arbeitslose ziellos, sprachlos und mit unbewegtem Gesicht durch die Straßen. Er begegnet einem Mann, der sich vor seinen Augen umbringt. Igarashi wird unter Mordverdacht festgenommen. Nach seiner Freilassung rettet er ein kleines Mädchen aus einem brennenden Haus. Er wird von einem Auto überfahren. In der Lotterie gewinnt Igarashi einen Batzen Geld, das ihm kurz darauf gestohlen wird. Schließlich fällt er in ein tiefes Loch . . .
Die surrealen, grotesken Abenteuer, inszeniert von Japans Regie-Wunderkind Sabu, nimmt die Hauptfigur mit stoischem Gleichmut hin. Durch dieses Gefälle zwischen Aktion und unpassender Reaktion entsteht eine feine Ironie, die "Blessing Bell" deutlich als Komödie ausweist. Zuweilen fühlt man sich gar an Buster Keaton erinnert, der jede Schicksalswendung gleichgültig hinnahm. Ein seltsamer, ungewöhnlicher Film, sehr ruhig, fast statisch erzählt. Und doch ungemein packend.
Blessing Bell Japan 2002, 87 Min., ab 12 J., R: Sabu, D: Terajima Susumu, Nishida Naomi, Itao Itsuji, Suzuki Shejun, Shinohara Ryoko, täglich im 3001 (OmU); Internet: www.rapideyemovies.de



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