Dienstag, 14. Februar 2012, 20:42

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Kino

Ein Schlaks muss um sein Leben radeln

"Das großen Rennen von Belleville" macht einfach nur Spaß

Was für ein Zeichentrickfilm! Originell und charmant, grotesk und überraschend, innovativ und faszinierend. Und dann diese Handlung: Der kleine Champion lebt bei seiner Großmutter Madame Souza in einem Vorort von Paris. Am liebsten fährt der pummelige Bub Fahrrad. Und so macht sich die energische alte Dame daran, mit Trillerpfeife und Sachverstand das Training zu leiten. Bis Champion seinem Namen alle Ehre macht: Aus dem Piefke ist ein langer Schlaks geworden, aus dessen Beinen die Muskeln nur so hervorquellen.

Doch dann passiert das Unglaubliche: Gleich bei seiner ersten Tour de France wird Champion mit zwei Mitstreitern entführt und per Ozeandampfer nach Übersee verschifft. Madame Souza eilt mit dem Tretboot hinterher und landet in der Metropole Belleville, wo sie bei Drillingsschwestern Unterschlupf findet. Ihr Enkel muss derweil in einer Wetthöhle vor der Rückprojektion einer Landstraße um sein Leben radeln.

Das klingt düster, ist es aber nicht: "Das große Rennen von Belleville" überzeugt mit einer Leichtigkeit, Absurdität und Komik, die quer durch die Film- (Keaton, Chaplin, Tati) und Kunstgeschichte (Otto Dix, George Grosz) führt. Gesprochen wird kaum, und darum musste der Film nicht synchronisiert werden. Wem Disneys "Bärenbrüder" zu sentimental und "Derrick" zu doof war, versuche es mal mit diesem französischen Trickfilm-Juwel. Es macht einfach Spaß!

Das große Rennen von Belleville Frkr./Belgien/Kanada 2003, 81 Min., ab 6 J., R: Sylvain Chomet, täglich im Abaton, Zeise; Internet: www.sonyclassics.com/triplets/MICHAEL RANZE

 

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