Fortsetzung folgt: Es leben die Klischees!
Teil zwei macht müde: "Die purpurnen Flüsse" sind jetzt so gut wie trocken gelegt
n einem entlegenem Kloster bezieht ein Mönch seine bescheidene Kammer. Sein ständiger Begleiter ist ein Kruzifix, das er sogleich an der Wand befestigt. Plötzlich schießt Blut aus dem Nagelloch und fließt über den Jesus-Leib.
Mit diesem Prolog beginnt das zweite mysteriöse Abenteuer von Kommissar Niemans (Jean Reno), der schon vor drei Jahren düstere Gemäuer von vermeintlichen Schreckgespenstern befreite. "Die purpurnen Flüsse" nach einem Roman von Jean-Christophe Grange kam zumindest im Herstellungsland Frankreich dermaßen gut an, dass man sich schnell für einen zweiten Teil entschied. Allerdings ohne Grange, der keine Lust auf eine Fortsetzung hatte - weshalb sich Luc Besson höchstpersönlich daranmachte.
Dem französischen Kinovisionär ("Im Rausch der Tiefe", "Das fünfte Element") wurde schon oft vorgeworfen, er würde zu sehr nach den Strickmustern Hollywoods vorgehen - und das trrifft leider auch auf diesen Film zu.
Zwar überließ Besson dem erst 36 Jahre alten Olivier Dahan die Regie, aber seine Handschrift ist unverkennbar, wenn mit übermenschlichen Kräften ausgestattete Kuttenträger durch die Luft wirbeln, als seien sie gerade der Matrix entsprungen, und christliche Mythen zitiert werden, als wäre der Mörder aus "Sieben" erneut zum Leben erwacht. Sogar blutende Kruzifixe sind in US-Untergangsszenarien oft und gern eingesetzt worden.
"Die purpurnen Flüsse 2" ist also ein Sammelsurium amerikanischer Kino-Klischees aus den vergangenen Jahren, worunter die Story sehr zu leiden hat. Kommissar Niemans jagt einer Geheimsekte nach. "Die Engel der Apokalypse", wie sich die Sekten-Mitglieder nennen, wollen ein geheimnisvolles Buch in ihren Besitz bekommen und schrecken auch vor Mord nicht zurück. Niemas findet heraus, dass sich hinter den Engeln teuflische Deutsche verstecken, die unter der Führung von Heinrich von Garten (Dauerschurke Christopher Lee) den üblen Nazi-Traum einer Herrenrasse verwirklichen wollen.
Eine spinnerte Geschichte, dramaturgische Schwächen und abgenutzte Schockmomente machen "Die purpurnen Flüsse 2" zu einem lauwarmen Thriller, der die Zuschauer nur mit den vielen Actionsequenzen am Einschlafen hindert.
Die purpurnen Flüsse 2 Frankreich/Großbritannien/Italien 2004, 100 Min, ab 16 J., R: Olivier Dahan, D: Jean Reno, Benot Magimel, Christopher Lee, Camille Natta, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Grindel, Streit's, UCI Mundsburg, Othmarschen, Smart City, UFA-Palast; Infos im Internet: www.diepurpurnenflüsse2.de



100. Geburtstag
Axel Springer
Branchenbuch Hamburg



Das Rätsel des Tages




