Dienstag, 14. Februar 2012, 20:32

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Kino

"Der dritte Teil läuft ohne mich"

Jean Reno über seine Zukunftspläne, sein Parfüm und sein Verhältnis zu Japan

ABENDBLATT: Sie werden demnächst mit Wim Wenders drehen. Mimen Sie wieder den harten Kerl?

RENO: Schon merkwürdig, dass mir dieser Stempel aufgedrückt wurde. Vielleicht sehen mich die Leute so, weil ich so ein stämmiger Typ bin. Das ist schade, zumal ich schon öfters mit Komödien bewiesen habe, dass ich auch anders kann.

ABENDBLATT: Hätten Sie es nicht ablehnen können, noch einmal Kommissar Niemans zu spielen?

RENO: Die Möglichkeit, wieder mit Luc Besson zu arbeiten, der das Drehbuch schrieb, war zu verlockend. Es ist sogar die Rede von einem dritten Teil - dann allerdings ohne mich.

ABENDBLATT: Heißt das, Sie werden nur noch als Komiker auftreten?

RENO: Ich habe gerade den Film "Ruby & Quentin" mit Gerard Depardieu gedreht, in dem ich mein Harter-Kerl-Image auf die Schippe nehme. Aber das ist eine Ausnahme, denn es gibt nicht viele gute Komödien-Regisseure. Deshalb werde ich auch Actionfilme machen.

ABENDBLATT: Und wenn Sie dafür zu alt werden?

RENO: Irgendwann muss jeder aufhören und sich zurückziehen. Ich weiß genau, dass ich in 20 Jahren in meinem Häuschen am Meer sitzen werde, dass ich mir gerade auf Korsika baue.

ABENDBLATT: Viele Stars sind auf besondere Weise geschäftstüchtig: Gerard Depardieu baut Wein an, Robert De Niro hat ein Restaurant, und Sie haben gerade ein Parfüm herausgebracht . . .

RENO: . . . das hauptsächlich für den japanischen Markt kreiert wurde. Ich kann es nicht nachvollziehen, aber die Japaner lieben mich, wollen mich immer berühren. Vielleicht weil ich so ganz anders aussehe. Ich habe dort schon viele Werbespots gedreht und mittlerweile eine regelrechte Beziehung zu Japan aufgebaut. Ich liebe die Menschen, ihre Architektur und ihr Essen.

ABENDBLATT: Sie sind in Casablanca geboren, und Ihre Eltern sind Spanier. Erst mit zwölf Jahren sind Sie nach Frankreich ausgewandert. Fühlen Sie sich mehr wie ein Spanier oder wie ein Franzose?

RENO: Ich habe schon als Fünfjähriger Französisch gelernt. Ich bin in Andalusien aufgewachsen und fühle mich mit der Region mehr verbunden als mit dem Land Spanien. Ich könnte mir nicht vorstellen, in Madrid oder Barcelona zu leben. Insofern fühle ich mich in Frankreich sehr geborgen. Ich verstehe die Menschen, auch wenn ich nur ein Immigrant bin.Interview: MARKUS TSCHIEDERT

 

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