Dienstag, 14. Februar 2012, 20:33

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Kino

Was wird hier eigentlich gespielt?

Mit "Der Einsatz" hat Regisseur Roger Donaldson einen soliden Agenten-Thriller gedreht

Colin Farrell scheint derzeit einer der besonderen Lieblinge der Hollywood-Produzenten zu sein. Alle paar Wochen taucht der Jungstar mit dem leicht melancholischen Blick auf der Leinwand auf. Wobei sein betörender Blick eher den weiblichen Fans gilt, denn auch die strömen dank Farrell in ganz und gar unromantische Filme. Ob in "Nicht auflegen!", in "S.W.A.T." oder jetzt in "Der Einsatz" - Colin Farrell gerät von einer bedrohlichen Situation in die nächste, geschossen wird viel, gestorben wird schnell, von Liebe (kaum) eine Spur. Nachdem Farrell in "S.W.A.T." für eine Eliteeinheit der Polizei ausgewählt worden war, soll er in "Der Einsatz" für die CIA ran.

Farrell spielt in Roger Donaldsons Thriller den jungen Computerexperten James Clayton, der von CIA-Scout Walter Burke (Al Pacino) für den Geheimdienst angeheuert wird. Doch so schnell wird niemand zu James Bond. In einem Trainingscamp, genannt "die Farm", wird jeder der angehenden Agenten auf seine Belastbarkeit getestet. Clayton fällt durch, nicht zuletzt, weil er sich in die hübsche Layla (Bridget Moynahan) verliebt hat. Alles deutet für den hoffnungsvollen jungen Mann auf ein langweiliges Leben als Computerprogrammierer hin, bis ihm Monate später wieder Burke über den Weg läuft. Und zwar mit einem konkreten Auftrag: Clayton soll einen Verräter innerhalb der CIA enttarnen. Auch Layla trifft er bei der Arbeit in der Agency wieder; sie entpuppt sich als Schmugglerin brisanter Informationen.

Regie-Routinier Roger Donaldson hat "Der Einsatz" als verwirrendes Spiel inszeniert, in dem der Zuschauer bis zur Auflösung nicht genau weiß, was gespielt wird. Wer lügt? Wer ist ein Verräter, und wem kann man trauen? Gewiss ist nur ein Satz: "Nichts ist, wie es scheint." Donaldson zeichnet ein Bild des amerikanischen Geheimdienstes, das genauso undurchsichtig ist, wie es unseren Vorstellungen entspricht. Daraus bezieht der Film im Wesentlichen seine Spannung.

Außerdem lebt er von der überragenden Schauspielerpersönlichkeit Al Pacinos. Diesmal umgibt ihn - entsprechend dem Sujet - eine geheimnisvolle Aura. Zuerst wirkt er wie eine Vaterfigur, doch schnell wird klar, dass er die Geheimdienst-Eleven wie Schachfiguren hin- und herschiebt - ohne, dass diese wissen, welche Strategie dahinter steckt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Pacino mit seiner Mimik aus einem netten Onkel im nächsten Moment den Teufel werden lässt und im übernächsten wieder den väterlichen Freund. Pacino als Hauptfigur ist ein weiterer Pluspunkt dieses Films, der zur gehobenen Unterhaltungsklasse zählt.

  • Der Einsatz, USA 2003, 115 Minuten, ab 16 Jahren, R: Roger Donaldson, D: Al Pacino, Colin Farrell, Bridget Moynahan, Gabriel Macht, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Cinemaxx Wandsbek, UCI Mundsburg, UCI Othmarschen-Park, UCI Smart City, UFA-Palast; Informationen im Internet unter www.constantinfilm.de

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