Dienstag, 14. Februar 2012, 21:45

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Kino

Mozart statt Mao: Gelungene Hommage für die faszinierende Welt der großen Literatur

Balzac und die kleine chinesische Schneiderin

s gibt Leute, die müssen regelrecht gezwungen werden, mal wieder ein gutes Buch zu lesen. Andere dagegen begehen sogar eine Straftat, um einen Klassiker wie Balzac in die Finger zu bekommen. Wie die beiden chinesischen Studenten in "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin", die während Maos Kulturrevolution zur Umerziehung in die Berge geschickt werden. Der Diebstahl eines Bücherkoffers beschert ihnen jedoch nicht nur intellektuelle Befriedigung, sondern auch die Zuneigung der jungen Schneiderin aus dem Nachbardorf.

An die Verfilmung dieser poetischen Liebesgeschichte hat sich kein Geringerer als der Autor des gleichnamigen Bestsellers gemacht. Der in Frankreich lebende chinesische Filmemacher und Schriftsteller Dai Sijie bringt seine bewegende Dreiecksgeschichte mit schönen, eindringlichen Bildern und humorvollen Seitenhieben auf die damalige Politik auf die Leinwand. So kann der eine Rebell seine mitgebrachte Geige vor dem Dorfvorsteher nur retten, indem er behauptet, die intonierte Mozart-Sonate sei ein Volkslied namens "Mozart sehnt sich immer nach dem Großen Vorsitzenden Mao". Schon verrückt, was manche Leute alles für ein Quentchen Zivilisation und Kultur auf sich nehmen. Autor Sijie jedenfalls hat eine gelungene cineastische Hommage für die Weltliteratur geschaffen.

Balzac und die kleine chinesische Schneiderin Frankreich 2002, 111 Min., o. A., R: Dai Sijie, D: Zhou Xun, Chen Kun, Liu Ye, täglich im Abaton, Passage; Infos im Internet: www.schwarzweiss-filmverleih.deKIRSTEN SCHWIEGER

 

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