Dienstag, 14. Februar 2012, 17:54

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Kino

"Haut muss man gut eincremen"

"Honey" Jessica Alba über ihre Zeit bei "Dark Angel", uncoole HipHopper und die tägliche Körperarbeit

ABENDBLATT: Sie sind mit der TV-Serie "Dark Angel" zum Star geworden. Bedauern Sie es, dass die Serie eingestellt wurde?

JESSICA ALBA: Nein, denn es ist schon ziemlich anstrengend, über zehn Monate lang immer dieselbe Person darstellen zu müssen. Die Dreharbeiten zu einem Kinofilm dauern höchstens vier Monate, und danach bist du befreit. Dennoch will ich meine "Dark Angel"-Zeit nicht missen. Ich war 17, als ich die Rolle bekam, und 21, als ich sie wieder ablegte. Dazwischen habe ich gelernt, wie das Filmbusiness funktioniert und wie man sich diszipliniert.

ABENDBLATT: Warum haben Sie sich danach ausgerechnet einen Tanzfilm ausgesucht?

ALBA: Weil ich für mein Leben gern tanze. Aber ich ging nur in Clubs und lernte den Profitanz erst durch "Honey". Das waren drei Monate intensives Training, bis ich jeden Schritt draufhatte. Ich bin wahnsinnig stolz auf mich.

ABENDBLATT: In "Honey" heißt es, dass Ruhm und Reichtum nicht alles ist. Wie gehen Sie damit um?

ALBA: Man kann nur berühmt werden, wenn einen die Leute mögen. So gesehen, bin ich dankbar. Andererseits treffe ich in Hollywood viele Berühmtheiten, die sich darauf nur noch ausruhen. Sie hängen auf Partys herum und umgeben sich nur mit anderen bekannten Leuten. Das ist absolut lächerlich.

ABENDBLATT: Was sind das für Leute?

ALBA: Meistens Musiker aus der HipHop-Szene, die in ihren teuren Villen in Beverly Hills wohnen und vergessen haben, woher sie eigentlich kommen. Deshalb war mir "Honey" so wichtig. Als Honey die Chance bekommt, ein Star zu werden, verzichtet sie. Sie geht in die Bronx zurück, weil ihr altes Leben mehr Sinn hatte. Ich glaube, das ist eine sehr wichtige Botschaft für Kids. Man sollte stolz darauf sein, woher man kommt und wer man ist.

ABENDBLATT: Sie stammen aus einer gut situierten Familie in Kalifornien . . .

ALBA: Ja, wir zogen oft um, weil mein Vater bei der Air Force war. Ich habe aber nie so getan, als wäre ich jemand anderes. Ich habe nie verstanden, warum sich Kids aus besseren Familien wie Rapper benehmen.

ABENDBLATT: Warum hat Sie diese Bewegung nicht angemacht?

ALBA: Ich glaube, weil ich schon sehr früh wusste, was ich mal werden will. Mit zwölf nahm ich bereits Schauspielunterricht, und ein Jahr später hatte ich meine erste Rolle. Sogar in "Leaving Las Vegas" hatte ich an der Seite von Nicholas Cage einen kurzen Auftritt, der aber leider wieder herausgeschnitten wurde. Na ja, irgendwie habe ich es dann ja doch noch geschafft.

ABENDBLATT: Sicherlich auch durch Ihr gutes Aussehen, dass Ihnen sogar einen Vertrag mit L'Oreal einbrachte . . .

ALBA: Ich tue auch viel für meinen Körper. Meine schöne Haut haben mir meine Eltern vererbt. Ich rauche nicht, weil die Haut sonst viel schneller altert, und man muss sie immer gut eincremen. Besonders hier im kalten Deutschland.

ABENDBLATT: In "Honey" sind Sie oft sehr knapp bekleidet. Entspricht das Ihrem Stil?

ALBA: Ab und zu, wenn ich zu Hause bin, aber vor der Kamera fühlte ich mich dabei nicht immer wohl. Für eine Tanzszene musste ich Shorts und Netz-T-Shirt anziehen, und am Set waren plötzlich 50 Männer mehr als sonst, die ich zuvor noch nie gesehen hatte. Privat habe ich keine Probleme, nackte Haut zu zeigen, aber wenn ich so vorgeführt werde, stört mich das immens.

ABENDBLATT: Im Film kümmern Sie sich liebevoll um die Kinder aus der Nachbarschaft. Mögen Sie Kinder?

ALBA: Ich habe 14 Cousins und liebe Kinder über alles. Irgendwann hätte ich gern eigene, aber dazu fehlt mir noch der richtige Mann.

Interview: MARKUS TSCHIEDERT

 

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