Auf Kassenerfolg getrimmt
Fortsetzung missglückt: "Das Sams in Gefahr" hat längst nicht den Charme des Vorgängers
Schade. Offensichtlich haben Produzent Ulrich Limmer, Autor Paul Maar und Regisseur Ben Verbong vor zwei Jahren für ihren wundervollen Film "Das Sams" alle Wunschpunkte verbraucht. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass die Fortsetzung "Das Sams in Gefahr" so wenig vom Charme des Vorgängers hat. Damals stimmte alles: Die Geschichte hatte Humor und Poesie, die Hauptrollen waren sympathisch besetzt, Spezialeffekte spielten nur Nebenrollen. Der Glücksfall eines deutschen Familienfilms, der zu Recht einen Bundesfilmpreis erhielt.
Doch bei der Fortsetzung hat sich wenig von dieser frischen Kreativität erhalten, der Film wirkt klamaukig und effekthascherisch. Die Story folgt wesentlich dem gleichnamigen fünften "Sams"-Buch. Bruno Taschenbier (ein diesmal leider uninspirierter Ulrich Noethen) reaktiviert mit den Sams-Rückhol-Tropfen das Wunschwesen, das ihm einst half, seine Lebensängste zu überwinden. Diesmal soll es Brunos schüchternen Sohn Martin unterstützen. Doch der fiese Turnlehrer Daume (Dominique Horwitz) kommt hinter das Geheimnis und bringt das Sams in seine Gewalt - fortan muss es Daumes Wünsche von Karriere und Reichtum erfüllen. Diese triviale Begehrlichkeiten scheinen abgefärbt zu haben. Es passt zum prosaischen Traum vom raschen Kassenerfolg, dass die Dauerjugendliche Nena den Titelsong singt. Der Titel des Films bekommt bei so viel finanziellem Kalkül einen tieferen Sinn: Sams in Gefahr.



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