Mit Hilfe des Körpers Karriere machen
"Heimliche Spiele" ist eine filmische Parabel über Sex und Macht
Schon die erste Szene macht deutlich, worum es im Folgenden gehen soll: den weiblichen Körper und den Blick darauf. Nathalie (Coralie Revel) legt in einer Bar einen fulminanten Striptease hin. Völlig nackt präsentiert sie sich ohne Scham und ungehemmt den begehrlichen Blicken der Männer.
Auch eine Frau ist wie gebannt: Sandrine (Sabrina Seyvecou), die hinter der Theke arbeitet. Schnell freunden die beiden sich an. Sandrine lernt von Nathalie, wie sie gezielt ihren Körper einsetzen kann. Ihr gemeinsamer Plan: in einem großen Bankhaus Karriere machen. Schon bald wickeln sie die Vorgesetzten völlig mühelos um den kleinen Finger. Doch in Christophe (Roger Mirmont), dem Sohn des Direktors, finden die beiden Freundinnen ihren Meister.
Der französische Regisseur Jean Claude Brisseau ("Lärm und Wut") hat eine filmische Parabel über Sex und Macht, Moral und Verlangen inszeniert, die nicht zu überzeugen vermag. Zu voyeuristisch verfolgt die Kamera das erotische Geschehen, zu aufgesetzt wirkt so mancher Konflikt.
Stilistisch frönt Brisseau einem Manierismus, der mit seinen ausgetüftelten Einstellungen, den wohl überlegten Arrangements und der ausschließlichen Verwendung von Barock-Musik einen sehr geschmäcklerischen Eindruck hinterlässt.
Heimliche Spiele Frankreich 2002, 115 Min., ab 16 J., R: Jean-Claude Brisseau, D: Sabrina Seyvecou, Coralie Revel, Roger Mirmont, Fabrice Deville, Blandine Bury, täglich im UFA-Palast; Infos im Internet unter: www.alamodefilm.de



100. Geburtstag
Axel Springer
Branchenbuch Hamburg



Das Rätsel des Tages




