Wie London zum Liebesnest wird
"Tatsächlich . . . Liebe": Keira Knightley und viele weitere Stars glänzen mit Wortwitz
Weihnachten ist das Fest der Liebe. Und Regisseur Richard Curtis hat das zum Anlass für einen amourösen Staffellauf genommen, bei dem gleich ein Dutzend Herzen weitergereicht werden und sich alles um die Frage dreht, wer schließlich mit wem unter dem Weihnachtsbaum landet. Der neue Premierminister (Hugh Grant) mit seiner Bediensteten Natalie (Martine McCutcheon), in die er sich gleich bei Amtsantritt verliebt hat? Ein Agenturboss (Alan Rickman) mit seiner Noch-Ehefrau Karen (Emma Thompson)? Oder schon mit seiner Sekretärin Mia (Heike Makatsch), die ihn schnurrend umgarnt? Die Angestellte Sarah (Laura Linney) mit ihrem Bürokollegen Karl? Nur wenn sie sich traut, ihm endlich ihre Liebe zu gestehen. So wie der geschasste Schriftsteller Jamie (Colin Firth), der sein Herz an eine portugiesische Hausangestellte verliert.
Es ist ein Schmelztiegel der Gefühle, der in London kurz vor dem Weihnachtsfest brodelt und in dem die schöne Juliet (Keira Knightley aus "Der Fluch der Karibik"), die wohl anrührendste Liebeserklärung erhält - und das ausgerechnet von dem besten Freund ihres frisch angetrauten Ehemannes.
Love is all around in Curtis' Regiedebüt - und mit der Liebe kennt der Autor, der die Drehbücher zu "Vier Hochzeiten und ein Todesfall", "Notting Hill" und "Bridget Jones" geschrieben hat, sich aus. Mit der Regie weniger - aneinandergereiht wirken seine amourösen Episoden und verlieren sich manchmal im Kitsch. Der sprühende Wortwitz aber macht das wieder wett, die Anspielungen auf Tony Blair und das britisch-amerikanische Verhältnis, wie auch das hochkarätige Schauspieler-Ensemble - etwa die Auftritte des gealterten Rockstars Billy Mack (Bill Nighy), der den Gefühlsschmelz mit Ironie garniert und mit einer wohltemperierten Portion Rock 'n' Roll. SABINE DANEK



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