Auf der Suche nach Wahrheit
Spektakuläres Projekt: Gambling, Gods And LSD von Peter Mettler
"Je mehr ich reise, umso deutlicher erkenne ich Ähnlichkeiten; dieselben Wünsche, Gesten, Fragen", sagt Regisseur Peter Mettler etwa zur Halbzeit seiner dreistündigen Dokumentation "Gambling, Gods And LSD" über die Menschen, denen er während der Dreharbeiten begegnet ist. Und darum geht es auch in diesem spektakulären Filmprojekt: um menschliche Gemeinsamkeiten, quer durch alle Kulturkreise, um den Wunsch nach Transzendenz, nach einer höheren Wahrheit oder Wirklichkeit. Die Vielfalt des individuellen Ausdrucks mündet dabei in ein faszinierendes Kaleidoskop, das die Tanz- Ekstase einer christlichen Sekte, Bilder aus dem Inneren eines Gletschers oder der Street Parade in Zürich mit Interviewsequenzen verbindet, in denen über Drogenerfahrungen, die Gegenwart Gottes und erotische Elektrostimulationen berichtet wird. Mehr als ein Jahr war Mettler zwischen Kanada und Indien unterwegs, hat sich und seinen Film treiben lassen, auf Erfahrungen reagiert und sich nicht in die Abhängigkeit eines starren Drehbuchs begeben. Ganz im Sinne des taoistischen Meisters Laotse, bei dem es heißt: "Ein guter Reisender hat keine festen Pläne und strebt nicht danach, anzukommen." 55 Stunden war die Rohschnitt-Fassung lang, aus der Mettler eine Drei- Stunden-Version gefiltert hat. Das Ergebnis: eine spirituelle Suchbewegung, die trotz gelegentlicher Banalitäten bei der Stange hält, weil sie - wie die Wirklichkeit - unberechenbar ist. Hinzu kommt der wie eigens für die Bilder komponierte Soundtrack mit Musik und/oder Geräuschen von Fred Frith, Jim O’Rourke, Christian Fennesz und vielen anderen. Ein großes Kino-Erlebnis. HOLGER TRUE



100. Geburtstag
Axel Springer
Branchenbuch Hamburg



Das Rätsel des Tages




