Dienstag, 14. Februar 2012, 20:18

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Kino

Die haltlose Welt der Junkies

Jonas Akerlunds Film Spun fehlt der rote Faden. Das Chaos der Kabinettstückchen ist unterhaltsam anzuschauen, bleibt letztlich aber bedeutungslos

Die Kamera zuckt, die Bilder rennen, der Zoom springt, die Tonspur knallt und scheppert: Die ersten zehn Minuten entführen uns auf furiose, aber auch zu selbstbewusste Weise in eine kleine abgeschlossene Welt, die aus dem Lot geraten ist. Die Welt der Junkies und Dealer, in der sich alles nur um eines dreht: Drogen und wie man sie beschafft. Im Mittelpunkt: Ross (Jason Schwartzman), der mal wieder bei seinem Dealer Spider Mike (John Leguizamo) vorbeischaut, einem ein hypernervösen, aggressiven Kerl, ständig unter Strom, ständig auf der Hut. Stoff hat er heute keinen. Also, auf zu Cook (Mickey Rourke), der für Spider Mike die Drogencocktails mixt. Cook braucht einen Chauffeur. Ross ist der Einzige, der ein Auto besitzt. Und so kurvt er den Drogenkocher und seine Freundin Nikki (Brittany Murphy) durch die Stadt. Eine heikle Angelegenheit - zumal der Zuschauer weiß, dass Ross seine strippende Freundin April (Chloe Hunter) nach dem letzten Schäferstündchen gefesselt auf dem Bett vergessen hat. Das ist auch schon alles, was in diesem Film des schwedischen Regisseurs Jonas Akerlund passiert. Ein roter Faden lässt sich nicht ausmachen. Akerlund, als Werbe- und Musikvideofilmer aufgefallen, schert sich wenig um Sinn und Zusammenhalt. Der Zuschauer muss sich schon selbst durch dieses Durcheinander an Kabinettstückchen wühlen, das jedes für sich genommen unterhält. Die Schauspieler, besonders Mena Suvari als Spider Mikes Freundin und Brittany Murphy, beweisen Mut zur Hässlichkeit. Mickey Rourke, lange Zeit in der Versenkung verschwunden, meldet sich in einer kuriosen Rolle vehement zurück. Fazit: alles sehr spannend anzuschauen. Aber auch sehr folgen- und bedeutungslos. MICHAEL RANZE

  • Spun USA 2002, 101 Min., ab 16 J., R: Jonas Akerlund, D: Jason Schwartzman, John Leguizamo, Mena Suvari, Mickey Rourke, täglich im 3001

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