Dienstag, 14. Februar 2012, 20:35

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Kino

Jetzt machen Mädchen die Welle

In Blue Crush stellt Regisseur John Stockwell Surfgirls in den Mittelpunkt - mit spektakulären Bildern und Spaß

Ein Anruf am frühen Morgen, dann die Gewissheit: Sie sind da! Das Herz schlägt schneller, die Hände zittern, endlich ist es so weit, es gibt kein Halten mehr. Jetzt heißt es weg vom Job, hin zum Strand, denn da treten die Hauptdarsteller dieses Films auf: mächtige Wellen mit weißen Kämmen, wie gemacht, um darauf zu surfen und den Rest der Welt für einige adrenalingetränkte Stunden zu vergessen. Klar, Surf-Filme gab es schon einige. "The Endless Summer" aus den 60ern oder Kathryn Bigelows "Gefährliche Brandung" von 1991 zum Beispiel. Doch jetzt stehen zum ersten Mal Surfgirls im Mittelpunkt - und die haben mehr zu bieten als gebräunte Haut und knappe Bikinis. Im Film wie im wahren Leben. Tatsächlich hat die Surfszene international längst das Macho-Getto verlassen und ist zu einem echten Trendsport für Girlies und weibliche Twenty-Somethings geworden. Das zeigen umfangreiche Bekleidungskollektionen der Firmen "Billabong" und "Roxy" ebenso wie das erfolgreiche Szenemagazin "Surfing Girl", das sich nebenbei auch noch an Skate- und Snowboarderinnen wendet. Und die Ära, in der nur Männer Geld mit ihrem nassen Sport verdienen konnten, ist auch vorbei: Top-Surferinnen wie Serena Brooke, Heather Clark oder Megan Abubo fliegen für Wettkämpfe um die Welt, immer auf der Suche nach der besten Welle - und dem höchsten Preisgeld. Da war die Zeit natürlich reif für "Blue Crush", eine flotte Mischung aus Actionszenen und Liebesgeschichte, in der es unter anderem ein Wiedersehen mit Michelle Rodriguez ("Girl Fight") gibt. Die spielt hier allerdings nur eine (große) Nebenrolle. Im Mittelpunkt steht vielmehr Anne Marie (Kate Bosworth), eine hoch talentierte Surferin, die ihr wahres Potenzial wegen einer traumatischen Surf-Erfahrung nicht ausschöpfen kann. Für weitere Verwicklungen sorgt Football-Quarterback Matt Tollman (Matthew Davis), in den sich Anne Marie Hals über Kopf verliebt. Wird sie darüber ihren großen Traum von der perfekten Longpipe vergessen? Wer die Dramaturgie solcher Filme kennt, weiß natürlich, wie es ausgeht, aber das spielt auch keine Rolle: Die Surfszenen sind so spektakulär und atemberaubend (Stunts: Megan Abubo und Rochelle Ballard), die Mädchen so süß und die ganze Stimmung so locker, dass man am liebsten selbst zum Board greifen und der ultimativen Welle entgegenpaddeln möchte. Wenn es dafür (noch) nicht reicht, tut es als "Blue Crush"-Fortsetzung aber auch eine Doku-DVD aus den USA: "7 Girls" aus der Reihe "White Knuckle Extreme" (gibts bei amazon.com) mit allen Top-Surferinnen und ihren spektakulärsten Wellenritten. HOLGER TRUE

  • Blue Crush USA 2002, 104 Minuten, ab 6 Jahren, R: John Stockwell, D: Kate Bosworth, Michelle Rodriguez, Sanoe Lake, Matthew Davis, Mika Boorem, täglich im Cinemaxx Harburg, UCI Mundsburg, UCI Othmarschen-Park, UCI Smart City, UFA-Palast

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