Geschmacklosigkeiten im Gitterkäfig
Hongkongs Martial-Arts-Star Jet Li lässt sich im Actionreißer Born 2 Die wieder einmal verheizen
Manchen Regisseuren muss man einfach böse sein. Zum Beispiel, weil sie ein achtjähriges entführtes Mädchen als Spannungsmoment missbrauchen. Weil sie in Zeiten, in denen Amerikaner anderswo Krieg führen, Gangster mit Panzern präsentieren. Weil sie in menschenverachtender Weise die Bösewichter sterben lassen. Den Kopf schütteln muss man auch über Hongkongs Martial-Arts-Koryphäe Jet Li, der sich hier zum zweiten Mal nach "Romeo Must Die" in einem Action-Streifen von Regisseur Andrzej Bartkowiak und Produzent Joel Silver verheizen lässt. Zugegeben: Die Kung-Fu-Kämpfe sind perfekt choreographiert. Doch müssen sie wirklich so geschmacklos sein wie jene Schlacht in einem Gitterkäfig, bei der Jet Li gleich 15 schlecht gelaunte Kickboxer flachlegt? Was der Hongkong-Chinese wirklich draufhat, zeigt er Anfang Juni in Zhang Yimous meisterlichem "Hero". Und sonst? Mit-Kombattant DMX sorgt für die nötige Coolness und einen flotten Soundtrack. Gabrielle Union und Kelly Hu sehen einfach nur gut aus, während die Handlung von "Born 2 Die" nach Aussage des Herrn Produzenten Silver so kompliziert ist, "dass sie sich nicht so einfach nacherzählen lässt". Wer möchte da schon widersprechen? Born 2 Die USA 2002, 100 Minuten, ab 16 Jahren, R: Andrzej Bartkowiak, D: Jet Li, DMX, Anthony Anderson, Kelly Hu, Tom Arnold, Gabrielle Union, Mark Dacascos, Drag-On, täglich im Cinemaxx, Cinemaxx Harburg, Hansa-Center, Kinopolis, in den UCI-Kinowelten Othmarschen-Park und Smart-City, im UFA-Palast.



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