Dienstag, 14. Februar 2012, 20:23

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Kino

Spannung braucht nicht viele Worte

Regisseur Brian de Palma hat einen höchst kontroversen Film inszeniert: Der Thriller Femme Fatale gehört zum Aufregendsten, was das Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat

Es beginnt damit, dass Laure Ash (Rebecca Romijn-Stamos), die Titelheldin, auf einem Hotelbett liegt und im Fernsehen Billy Wilders Film-noir-Klassiker "Frau ohne Gewissen" ansieht. Dabei spiegelt sich ihr Bild auf der Mattscheibe. In einer einzigen Einstellung also vereint Regisseur Brian De Palma Filmgeschichte und Gegenwart, altes und neues Frauenbild. Keine Frage, dass er dabei Wilders zynische Haltung noch ein wenig weitertreiben wird. Doch das ist nur der Auftakt zu einem Coup, der zum Aufregendsten gehört, was das Spannungskino der vergangenen Jahre zu bieten hatte: Ausgerechnet beim Filmfestival in Cannes - der französische Regisseur Regis Wargnier begleitet Sandrine Bonnaire, den Star seines Films "Est-Ouest", über den roten Teppich ins Festivalgebäude - entwendet ein Gangstertrio einer Schauspielerin auf ziemlich raffinierte Weise millionenschweren Schmuck. Gesprochen wird dabei, ganz in der Tradition Jean-Pierre Melvilles, kaum ein Wort. Laure aber, die schöne Diebin, denkt gar nicht ans Teilen der Beute und macht sich allein davon. Sieben Jahre später kehrt sie nach Frankreich zurück - als Frau des amerikanischen Botschafters. Eine fast schon schicksalhafte Wendung, die nicht die einzige bleiben wird in diesem traumähnlichen Thriller, der Alfred Hitchcocks "Vertigo" ebenso viel schuldet wie "Mulholland Drive" von David Lynch. Das Drehbuch mag man, je nach Gusto, als originell oder enttäuschend, als irrational oder ärgerlich bewerten. Klar ist aber: Brian De Palma hat wieder einen kontroversen Film gedreht, an dem sich die Geister scheiden. Femme Fatale F/USA/D 2002, 114 Min., ab 16 J., R: Brian De Palma, D: Rebecca Romijn-Stamos, Antonio Banderas, täglich im Hansa-Center, UCI Othmarschen u. Smart-City, UFA-Palast

 

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