Dienstag, 14. Februar 2012, 20:22

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Kino

"Den Druck auf mich muss ich verdrängen"

Barnaby Metschurat über Lust und Last des Erfolgs

ABENDBLATT: Kürzlich sah man Sie an der Seite von Moritz Bleibtreu in "Solino". In "Anatomie 2" spielen Sie erneut die Hauptrolle. Arbeiten Sie an einer großen Kinokarriere? BARNABY METSCHURAT: Das ist wirklich nur Zufall! Ich bin schon seit mehr als zehn Jahren Schauspieler und habe einfach nur eine Stufe nach der anderen genommen: Kindertheater, dann Fernsehen mit 17 Folgen "Unser Lehrer Dr. Specht" und jetzt Kino. Ich habe immer gewartet, was als Nächstes kommt. ABENDBLATT: Der erste Teil war einer der erfolgreichsten deutschen Filme der letzten Jahre. haben Sie das Gefühl, dass der Erfolg von "Anatomie 2" auf Ihren Schultern lastet? METSCHURAT: Der Druck baut sich vor allem im Vorfeld auf, wenn einem plötzlich bewusst wird, was für ein Gerät von Film man da stützen soll. Ich versuche dann, diesen Druck abzubauen, was mir nur gelingt, indem ich ihn verdränge. In erster Linie muss ich mich auf mein Spiel konzentrieren. Wenn es nicht klappt, habe ich immer noch meine Freunde, die mich nicht nach meinen Erfolgen bewerten. ABENDBLATT: Was hat Sie daran gereizt, in einer Fortsetzung mitzuspielen? METSCHURAT: Der erste Teil funktionierte nach dem Muster "Wer ist der Mörder?" "Anatomie 2" ist ein Actionfilm über einen Typen, der mit beiden Beinen auf dem Boden steht, dann im Krankenhaus verführt wird und sich zu einem richtigen Arschloch entwickelt. Der Film ist an vielen Stellen hart, aber ich durfte so richtig in die Vollen greifen, was man auch nicht alle Tage hat. ABENDBLATT: Horrorfilme machen Ihnen also Spaß? METSCHURAT: Ja, manchmal. Letztens habe ich mir "Jeepers Creepers" angeschaut. Absoluter Trash, aber ein so gut gemachter Monsterfilm, dass man gebannt in seinem Sessel sitzt. Ich wäre mir nicht zu schade, auch solche Filme zu drehen. ABENDBLATT: Wie wurde sichergestellt, dass die Schockmomente in "Anatomie 2" auch tatsächlich wirken? METSCHURAT: Man ist bei "Anatomie 2" sehr amerikanisch herangegangen, was nichts anderes heißt, als dass Testvorführungen stattfanden. Die Zuschauer bekamen Fragebögen, auf denen sie ihre Kreuze verteilen konnten, wie ihnen was gefallen hat. In der Kategorie "Hauptdarsteller" bin ich wohl sehr gut weggekommen. Der Film ist eher aufs Publikum zugeschnitten, was natürlich auch nach hinten losgehen kann. Aber ich glaube, "Anatomie 2" wird den meisten viel Spaß machen, ich jedenfalls glaube an diesen Film. ABENDBLATT: Wie schwer ist Ihnen die Liebesszene mit Heike Makatsch auf dem Labortisch gefallen? METSCHURAT: Ich wurde vor der Kamera ja schon öfters ausgezogen. In "Solino", "Julietta", und in "Chill Out" hatte ich sogar eine Liebesszene mit einem Mann. Ich habe damit kein Problem, denn Kino soll Illusionen verkaufen. ABENDBLATT: Es wird aber nicht ausbleiben, dass Sie jetzt als neuer Frauenschwarm gehandelt werden . . . METSCHURAT: Ich stecke in einer festen Beziehung. Davor bin ich sehr wild unterwegs gewesen, bis ich feststellte, dass man in einer Beziehung ein viel größeres Vertrauen aufbaut. Privat bin ich nicht Barnaby Metschurat, der Illusionist, sondern ein ganz normaler Typ. Momentan bin ich ganz glücklich darüber, wie meine Karriere verläuft. Aber ich habe auch genügend Lebenserfahrungen, dass ich weiß, dass morgen wieder alles vorbei sein kann. Interview: MARKUS TSCHIEDERT

 

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