Dienstag, 14. Februar 2012, 16:32

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Kino

Abenteuer

28 Länder - Hoheit auf Weltreise

Tarsem Singhs "The Fall" erzählt eine fantastische Geschichte mit ungewöhnlichen Bildern und märchenhaften Szenarios - und manchmal mit zuviel Kitsch.


Foto: Capelight

Los Angeles im Jahr 1915: Weil sie sich den Arm gebrochen hat, muss die neun Jahre alte Alexandria (Catinca Untaru) ins Krankenhaus. Dort liegt auch der Stuntman Roy (Lee Pace), dessen Beine gelähmt sind und der an schwerem Liebeskummer leidet. Alexandria langweilt sich, deshalb besucht sie den Mann. Der freut sich über ihre Gesellschaft und erzählt ihr dankbar eine fantastische Geschichte:

Roy ist der schwarze Bandit, der zusammen mit seinen Freunden auf eine einsame Insel verbannt worden ist. Mit dabei sind Charles Darwin, der sich als Haustier den Affen namens Wallace hält, ein ehemaliger afrikanischer Sklave, ein Inder und ein italienischer Anarchist. Ihr gemeinsamer Feind ist der Gouverneur Odious. Die Freunde fliehen mit Hilfe schwimmender Elefanten von der Insel, gehen an Land und sagen dem grausamen Herrscher den Kampf an. Roy erzählt, und Alexandria stellt sich die Abenteuer bildlich vor. Ganz selbstlos ist das Motiv des Stuntmans aber nicht: Er möchte, dass sie für ihn Morphium stiehlt.

Neun Jahre ist es her, dass der indische Werbefilmer und Videoclip-Regisseur Tarsem Singh mit "The Cell" ein spektakuläres Spielfilmdebüt hinlegte. Jetzt kommt der Nachfolger "The Fall" in die Kinos, der schon vor drei Jahren auf der Berlinale lief. Wieder hat Tarsem ein ungewöhnliches visuelles Werk geschaffen, das von einer überbordenden Bilderflut mit grandiosen Naturszenarien, fantastischen Palästen und Kostümen getragen wird. Vier Jahre lang hat der ehemaliges Musikvideo-Regisseur - zum Beispiel für den R.E.M.-Song "Losing My Religion" - und Werbefilmer dafür gearbeitet und letztlich in 28 Ländern gedreht, wo er für seine Geschichte exotische Locations ausgesucht hat. Die Entstehungsgeschichte ist ebenso ungewöhnlich wie der Film selbst.

Der Bilderrausch droht die phasenweise gefährlich nah am Kitsch navigierende Geschichte regelrecht zu erschlagen. Aber selten sieht man solche opulenten Konstellationen auf der Leinwand. Sie sind offensichtlich das eigentliche Anliegen des Regisseurs. Vielleicht werden einige Zuschauer diese Reise nicht mitmachen, aber kaum jemand wird Tarsem einen außergewöhnlichen Sinn für fantasievolle Szenarios absprechen.

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus