Komödie
Vom sanften Zauber einer langen Großstadtnacht
CDs brennen für die große Liebe: "Nick und Norah - Soundtrack einer Nacht"
Foto: Sony
Es gibt wohl kaum einen Jungen, der seinem Schwarm nicht Kassetten (später dann CDs) mit selbst aufgenommen (später dann gebrannten) Lieblingssongs geschenkt hätte. Irgendwie sammeln Mädchen weder Schallplatten noch CDs, und so nutzte man als Teenager die Chance, seinen guten Musikgeschmack zu beweisen, und zu testen, ob die Liebste ihn teilte. Ganz abgesehen von der Möglichkeit, über die Liedtexte auch Botschaften zu transportieren oder Handlungsanweisungen zu erteilen.
Nick (Michael Cera aus "Superbad" und "Juno") ist auch so einer. "10 Songs From My Broken Heart" heißt eine der vielen CDs, die er Tris (Alexis Dziena) gebrannt hat - lange, lange, nachdem sie ihm den Laufpass gab. Die Silberlinge landen regelmäßig im Müll, wo sie von Norah (Kat Dennings) aufgegabelt werden. Ohne Nick jemals gesehen zu haben, lernt sie ihn über seinen Musikgeschmack kennen. Und dann, eines Freitags nachts, begegnen sie sich in einem Musikclub. Nicks Lieblingsband Where's Fluffy soll irgendwo in Manhattan spielen, Norahs betrunkene Freundin Caroline (Ari Gaynor) geht irgendwann verloren. Eine zweifache Suche durch die Nacht nimmt ihren Lauf.
Dass sich zwei junge Menschen bei der nächtlichen Erkundung einer Großstadt näher kommen, ist so neu nicht. Richard Linklater schickte bereits 1995 in "Before Sunrise" Ethan Hawke und Julie Delpy durch Wien. Ganz so wehmütig ist "Nick und Norah", inszeniert von Peter Sollett, nicht geraten. Dafür sorgen schon die sich ständig übergebende Caroline und ein benutztes Kaugummi, das von einem Mund zum anderen wandert. Trotzdem: Sollett ist eine romantische Komödie gelungen, zurückhaltend statt albern, sanft statt vulgär, mit intelligenten, frechen Dialogen und charmanten Darstellern. Und die Idee, dass sich zwei Menschen über die Musik verlieben - den Soundtrack bestreiten Indie-Bands wie Vampire Weekend, Bishop Allen oder Shout Out Louds - , ist einfach bestechend.




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