Das Hollywood-Remake, das niemand haben muss
Horror "Quarantäne" will "(Rec)" nacheifern - und scheitert kläglich
Hollywoods Recycling-Maschine läuft auf Hochtouren: Im Mai lief der furiose spanische Horrorthriller "(Rec)" an, jetzt folgt schon das Remake. Die Coverversion lehnt sich bis in einzelne Einstellungen und Dialogpassagen an das Vorbild an, sodass man sich fragt, wer den Film eigentlich sehen soll.
Ein Feuerwehrteam eilt, begleitet von Fernsehjournalisten, in ein Mietshaus. Vordergründig ein Routineeinsatz - doch ein Virus verwandelt die Bewohner in blutrünstige Bestien, die TV-Kamera nimmt das Geschehen auf. Wie schon "(Rec)" vermischt "Quarantäne" Motive, die man aus "Blair Witch Project" und "Cloverfield" kennt. Durch die vorgetäuschten Live-Mitschnitte spielt sich der Horror vor den Augen der Zuschauer ab. Das Geschehen soll authentischer wirken, die Bedrohung realer, mittendrin statt nur dabei. Beide Filme profitieren zudem von der Renaissance des Zombie-Motivs, zuletzt in "Diary of the Dead" zu sehen.
Vielleicht ist hier die interessanteste Verschiebung zwischen Original und Remake zu entdecken: Durch den Umzug von Barcelona nach Los Angeles macht "Quarantäne" ein zusätzliches Interpretationsangebot. Die Abschottung der Hausbewohner lässt sich als Kritik an Bushs "War on Terror" lesen. Jeder Mieter ist seiner Rechte beraubt - ohne Erklärung, ohne Möglichkeit des Einspruchs oder des Widerstands. Folge: Einer misstraut dem anderen, jeder hat Angst vor einer unbestimmten Bedrohung, die auch eine terroristische sein könnte. Trotzdem fällt es schwer, "Quarantäne" als Weiterentwicklung wahrzunehmen. Der Film eilt atemlos und hektisch auf sein Ende zu. Was bei "(Rec") noch originell erschien, lässt den Zuschauer jetzt kalt.



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