Der Weg des Geldes
Doku: "Let's Make Money" macht den Finanzwahnsinn sichtbar, ohne zu erklären
Lass uns Geld machen! Keine schlechte Idee, aber wer weiß schon, was Cross Border Investment ist? Oder wo das Geld der Pensionskassen sich gerade befindet? Und was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff Hedge Fonds?
Erwin Wagenhofer widmet sich in seinem Dokumentarfilm "Lets Make Money" den globalen Finanzmärkten, und die derzeitige Situation ist natürlich die beste Werbung für ihn.
Mit seinem dreiköpfigen Filmteam begibt sich der Regisseur auf den Weg des Geldes. Zum Investor in Thailand geht es, zu afrikanischen Baumwollpflückerinnen sowie in leere spanische Wohnanlagen, deren einziger Zweck die Wertsteigerung für Anlagefonds ist. Zudem gondelt er mit den Wiener Stadtbahnen im Nahverkehr herum, die der Stadt längst nicht mehr gehören. Getreu den Gesetzen des Cross Border Investments sind sie an ausländische Investoren verpachtet und wieder angemietet worden.
Alles ganz schön verwirrend, und auch Wagenhausers Film beantwortet die zahlreichen Fragen nicht, die sich dem Zuschauer während der 110 Minuten langen Erkundungstour stellen. "Let's Make Money" liefert keine umfassende Aufschlüsselung der Gesamtproblematik, der Film hat aber auch nicht den Anspruch eines Erklärstücks. Vielmehr geht es darum, den alltäglichen Finanzmarkt-Wahnsinn sichtbar zu machen. Ein Vorhaben, das gut umgesetzt worden ist.



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