Und ewig leuchten die Plattenbauten
Zwischen Liebesgeschichte und Roadmovie: Blue Moon mit Detlev Buck und Josef Hader
Elvis machte es, auch die Cowboy Junkies heulten ihn an: den "Blue Moon", der einen allein im Mondlicht stehen lässt, "without a dream in my heart, without a love of my own".
Und wie in dieser Textzeile geht es auch dem Kleinganoven Johnny Pichler (Josef Hader). Gerade hat er sein Herz an eine junge Russin verloren, dann ist sie schon wieder weg. Allein bleibt Johnny in einem slowakischen Hotel zurück - und macht sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Schönen. Seine Odyssee bis nach Odessa inszenierte Andrea Maria Dusl als Roadmovie voll lakonischer Ironie, als Liebesgeschichte und als Abenteuerreise durch die Ruinen des Sozialismus.
Durch die stolpert auch der Schuhvertreter Ignatz (Detlev Buck), der Johnnys Weg immer wieder kreuzt. Diese beiden staubtrockenen Originale sind es, die Dusls Ost-West-Geschichte Leben einhauchen - und die wunderbaren Bilder von Wolfgang Thaler. Bei ihm leuchten die Plattenbauten futuristisch-geheimnisvoll, und die Armut zeigt anmutig ihren bröckelnden Charme.
"Blue Moon" wird der zweite Vollmond eines Monats genannt, ein wirklich seltenes Phänomen und für Dusl so rar wie die wahre Liebe. Am Ende wird der blaue Mond dennoch über Odessa aufgehen . . . SABINE DANEK
Blue Moon Österreich 2002, 90 Min., ab 12 Jahren, R: Andrea Maria Dusl, D: Josef Hader, Detlev W. Buck, täglich im Abaton, Zeise



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